Kulturzentrum wird Ende des Jahres wieder eröffnet

Nach Renovierung: So wird der neue Schlachthof aussehen

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Soll im Zeitraum Oktober/November wieder seine Türen öffnen: Das Kulturzentrum Schlachthof in der Nordstadt verfügt dann über einen größeren Konzertsaal für bis zu 230 Besucher.

Kassel. Das Kulturzentrum Schlachthof in der Kasseler Nordstadt ist seit vergangenem Juli eine Großbaustelle. Nun biegen die Bauarbeiten auf die Zielgerade.

Trotz der statischen Mängel im Treppenhaus, des mangelnden Brandschutzes sowie der Brand- und Feuchteschäden, die bei der Renovierung entdeckt wurden und Mehrkosten von circa 400.000 Euro verursachten, soll das Kulturzentrum im Zeitraum Oktober/November wieder seine Türen öffnen. Wir geben einen Überblick, wie der neue Schlachthof aussehen wird.

Der neue Konzertsaal

Prunkstück soll der neue, mit Industrieparkett ausgelegte und auf modernem Standard in Sachen Schallschutz und Lüftungssystem ausgestattete Konzertsaal werden. Das erklärte Schlachthof-Geschäftsführerin Christine Knüppel bei einer Vorstellung der Raumplanung vor dem Ortsbeirat Nord-Holland. In dem Anbau mit Hebebühne sollen bis zu 230 Zuschauer Platz finden, bei bestuhlten Veranstaltungen knapp 200. Der alte Konzertsaal war mit 100 Besuchern vielfach restlos ausverkauft.

Durch die neu gewonnen Kapazitäten wollen die Verantwortlichen künftig auch Bands „auf einem anderen Niveau“ in die Nordstadt locken, sagte Knüppel. Erste Acts seien bereits fix, Namen wollte sie aber noch nicht verraten. Stattdessen betonte sie, man wolle trotzdem daran festhalten, lokale Bands zu fördern und weiterhin „die Kleinen groß machen“.

Der Anbau soll jedoch nicht nur für Konzerte und Partys genutzt werden. Tagsüber könnten dort Infoveranstaltungen oder Familienfeiern stattfinden, sagt Knüppel.

Die neue Kneipe im alten Konzertsaal

Durch den neuen Konzertsaal wird Platz frei für die neue Kneipe im Schlachthof. Die wird nämlich künftig im alten Konzertsaal und somit im Vorraum zum neuen Saal sein. Wo früher hinter den zwei charakteristischen Säulen Künstler auftraten, soll künftig der Tresen stehen.

An den neuen Gastraum angeschlossen ist auf der Rückseite des Gebäudes ein Fahrstuhl, der für Barrierefreiheit zwischen Kneipe und den im Keller gelegenen neuen Toilettenanlagen sorgt. Ein Trost für alle Nostalgiker: „Auch der alte Saal soll weiterhin für kleine, intime Konzerte genutzt werden“, sagt Knüppel.

Die alte Kneipe wird Multifunktionsraum

Mit der Verlagerung entsteht Platz im alten Gastraum. Dieser soll künftig flexibel, sozusagen als Multifunktionsraum, genutzt werden: mal als Café, mal als Treff und mal als Ort des Austausches mit Tischkicker und bei großen Konzerten als Garderobe. Die weiteren Räume gegenüber der alten Kneipe bleiben als Büros erhalten.

Das Jugendzentrum wird ausgebaut

Erhalten bleibt neben der oberirdischen Verbindung zwischen den beiden Schlachthofgebäuden auch das Jugendzentrum im Nachbartrakt. Dort wird unter anderem der Dachboden auf Vordermann gebracht. Bisher ungenutzt, soll er künftig Platz für weitere Büro- und Konferenzräume bieten.

Die Außenstützpunkte bleiben erhalten

Trotz neu gewonnen Platzes durch die vor allem auf die Bereiche Energieeffizienz, Barrierefreiheit und Brandschutz fokussierte Sanierung, sollen die Außenstützpunkte im Philipp-Scheidemann-Haus und in der Sickingenstraße weiterhin angemietet werden, sagt Knüppel.

Das Jobforum wird also weiterhin im Schillerviertel zu finden sein und auch das Angebot für Sprachkurse und Familientreffs im Scheidemann-Haus bleibt erhalten.

Der Biergarten Boreal läuft weiter

Ebenso erhalten bleiben soll der Biergarten Boreal, der während der documenta im vergangenen Jahr eröffnet wurde. Dort steht derzeit auch eine Bühne, womit der Schlachthof zukünftig über drei verschiedene Locations für Konzerte verfügen würde: einen für größere Acts im neuen Saal, einen für kleine Akustikkonzerte und einen für Open-Air-Events.

Die Umbauten am Schlachthof hatten im vergangenen Juli begonnen. Ursprünglich waren Kosten von rund 3,8 Millionen Euro veranschlagt – 3,4 Millionen Euro vom Bund und 380 000 Euro von der Stadt. Durch die Mehrkosten von 400 000 Euro, die die Stadt trägt, belaufen sich die Gesamtausgaben nun auf rund 4,2 Millionen Euro.

Im kommenden Jahr soll die Feier zum 40-jährigen Bestehen des Kulturzentrums, das eigentlich bereits in diesem Jahr war, beim Frühlingsfest in und um die neue Lokalität nachgeholt werden. Zur Neueröffnung soll es Ende des Jahres einen Tag der offenen Tür geben.

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