Internationales Treffen

1:1250 - Kassel ist für Schiffsmodellsammler Maß aller Dinge 

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Unikat aus Papier: Heinz-Peter Weiß mit dem Segelpassagierschiff „Great Eastern“.

Kassel. Für Sammler von Schiffsmodellen im Maßstab 1:1250 ist Kassel am Wochenende das Maß aller Dinge gewesen. Liebhaber aus aller Welt trafen sich in der Nordstadt.

Aus ganz Deutschland, europäischen Nachbarländern und sogar aus den USA sind am Samstag rund 450 Fans dieser Schiffsmodellgröße angereist, um beim 18. Internationalen Sammlertreffen im Philipp-Scheidemann-Haus zu sehen, zu staunen und vor allem zu kaufen.

Dass sich in Kassel die größte Veranstaltung für Schiffsmodelle dieser Art etabliert hat, liegt an dem Sammlerkreis in der Stadt. Wegen der zentralen Lage kommen Interessierte aus allen Himmelsrichtungen, viele alle zwei Jahre wieder. „Man kennt sich“, sagt Organisator Frank Schade. Der 64-Jährige ist eines von zwölf Mitgliedern des Kasselers Sammlerkreises. Das Interesse des Steuerberaters gilt Fährschiffen.

Beim Maßstab 1:1250 passen Container-, Kriegs- und Kreuzfahrtschiffe auf eine Handfläche. Die Modelle werden aus Metall, Kunststoff und Papier hergestellt. Carlo Marquardt ist nach eigenen Angaben einer von weltweit nur 30 Miniaturkünstlern. Der Hamburger stellt für jedes Schiffsmodell einen Urtyp („Master)“ aus Kunststoff mit 800 bis 1400 Teilen her. Daraus werde dann eine Form und davon ein Abguss gemacht.

Passt auf eine Handfläche: Jessica Marquardt mit einem Modell des 200 Meter langen deutschen Transatlantik-Schnelldampfers „Amerika“, der im Ersten Weltkrieg von der US Navy beschlagnahmt und zum Truppentransporter „USS America“ wurde.

Marquardts Metall-Modelle werden handgeputzt und handbemalt. Die Titanic gibt’s bei ihm ab 40 Euro. Für eine Aida sind rund 70 und für die Queen Elizabeth 80 Euro auf den Tisch zu legen.

Noch filigraner und vor allem leichter geht es bei Heinz-Peter Weiß zu. Er baut die Schiffsmodelle aus Papier. Geklebt werde mit „Uhu“, geplant werde ohne Computer, betont er. Seit seinem sechsten Lebensjahr bastelt der Wallenstedter. Seine Papiermodelle sind Einzelstücke. Wer sie sein eigen nennen will, muss einige hundert Euro locker machen.

Beeliebt bei Sammlern sind Dioramen – etwa die Nachbildung des Hamburger Hafens inklusive Dock, Kran und Containerschiff. Viele Schiffe schrieben Geschichte, das macht sie interessant. Etwa die „Amerika“, die ab 1905 als Schnelldampfer der deutschen HAPAG-Reederei zwischen Hamburg und New York verkehrte. Das einst zweitgrößte Schiff der Welt blieb bei Kriegsausbruch in den USA, wurde „USS America“ und als Truppentransporter eingesetzt. Das Modell gibt es daher mit und ohne Tarnfarbe.

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