Science Park geht in Betrieb: 20 Firmen mit Uni-Bezug erste Mieter

Von oben wie eine Brezel: Das Gebäude nach einem Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Birk, Heilmeyer und Frenzel ist durch zwei Innenhöfe strukturiert. Die Fassade besteht Innen wie Außen aus einer durchgehenden Fensterfront. Foto:  Fischer/Skypic

Kassel. Rund um den Science Park ist zwar noch Baustelle. Hinter der modernen Fassade aus viel Glas und goldbraunem Aluminium sind aber bereits die Kopfarbeiter eingezogen.

Das Gebäude, das aus der Vogelperspektive die Form einer Brezel hat, soll ab sofort Kassels Ideenschmiede Nummer Eins werden. 20 innovative Unternehmen, überwiegend von Absolventen der Uni Kassel gegründet, gehören zu den ersten Mietern.

Zum Auftakt ist das Gebäude mit 6000 Quadratmetern Nutzfläche damit zu 60 Prozent ausgelastet, sagt Dr. Oliver Fromm, Geschäftsführer der Science Park GmbH. Interessenten, um auch die übrigens Flächen zu füllen, gäbe es genug. Bedingung für einen Einzug ist aber, dass das Unternehmen jung ist und einen engen Bezug zu Uni hat - zum Beispiel durch gemeinsame Forschung und Entwicklung oder die Vergabe von Praktika.

Neben den Büroflächen, die je nach Platzbedarf der Firmen flexibel portioniert werden können, verfügt der 15,3 Mio. Euro teure Neubau auch über ein Bistro, Beratungseinrichtungen für Gründer sowie Räume für größere Gruppen. In der Ideenwerkstatt (Idea Lab) etwa können kreative Köpfe gemeinsam tüfteln. Im Co-Working-Space können sich Gründer in der Anfangsphase auch tage- oder monatsweise Arbeitsplätze mieten.

Klein angefangen haben auch Christof Binder und Michael Neusüß, die mit ihrer knapp zwei Jahre alten Firma „Full Circle Design“ ein 15-Quadratmeter-Büro mit Blick auf einen der beiden Innenhöfe sowie eine kleine Werkstatt belegen. Sie haben sich auf Produkte spezialisiert, die voll recycelbar sind – zum Beispiel Messe-Aufsteller aus Gras und Zucker. Für Besprechungen mit Kunden können die Jungunternehmer einen voll ausgestatteten größeren Raum einfach dazumieten. „Die Infrastruktur hier ist perfekt“, sagt Neusüß.

Unter einem Dach mit vielen anderen Jungunternehmen zu sein, war ein Argument für das Grafikbüro Querwerk, in den Science Park zu ziehen. „Mitten im Zentrum neuer Ideen“, sagt Lutz Reimer. Aufbruchsstimmung herrscht aber auch bei den „Großen“ im Haus. Das auf Datenanalyse spezialisierte IT-Unternehmen eoda belegt 210 Quadratmeter. Mit dem Umzug habe man auch die Arbeitsweise umgestellt auf ein agiles System, sagt Geschäftsführer Oliver Bracht. Statt sich jeden Morgen am festen Platz niederzulassen, finden sich die 15 Mitarbeiter täglich neu zusammen. Im großen Flur finden spontane Team-Besprechungen statt. Flexibel bleibt das wachsende Unternehmen, das 2010 als Zwei-Mann-Betrieb anfing, auch bei weiterem Wachstum: Wenn mehr Platz nötig ist, müssen einfach ein paar Wände umgesetzt werden - fertig ist die Expansion.

Mehr in der gedruckten Ausgabe am Donnerstag.

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