Aktion von Jafka

Impf-Hürden in der Nordstadt abbauen: Sozialarbeiter helfen bei Anmeldung

Anja Waldschlägel und Ingo Sprakel vom Quartiersmanagement Nordstadt zeigen die fünfsprachigen Plakate und Flyer für die Aktion im Stadtteil.
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Verteilen Plakate und Flyer im Stadtteil: Anja Waldschlägel und Ingo Sprakel vom Quartiersmanagement Nordstadt hoffen auf viel Interesse an dem Sprechstunden-Angebot.

In der Kasseler Nordstadt gibt es ab sofort Beratung zum Thema Impfen und Hilfe beim Registrieren für einen Termin. Das Quartiersmanagement von Jafka hat die Aktion ins Leben gerufen.

Kassel – Die Impfpriorisierung ist seit Anfang der Woche aufgehoben. Damit die Anmeldung für eine Corona-Schutzimpfung nicht an Sprachbarrieren oder technischen Hürden scheitert, bietet das Quartiersmanagement von Jafka in der Nordstadt ab sofort praktische Unterstützung auf dem Weg zum Impftermin.

120 Plakate und 5000 Flyer, auf denen in fünf Sprachen für eine Impfung sowie das Hilfsangebot im Stadtteil geworben wird, sollen in den kommenden Tagen in der Nordstadt verteilt werden.

Aus den sozialen Sprechstunden wisse man, dass viele Menschen sich die Registrierung im Internet nicht zutrauten, sagt Ingo Sprakel vom Quartiersmanagement. Selbst für Muttersprachler sei das ja nicht ganz einfach. Auch technische Probleme könnten im Weg stehen. Dabei gehe es nicht nur um den womöglich fehlenden Computer. Man habe regelmäßig auch mit Menschen zu tun, die keine E-Mail-Adresse haben. „An solchen Hürden darf eine Impfung nicht scheitern“, betont Jürgen Hartrumpf, Geschäftsführer von Jafka.

Auch andere Bedenken gegenüber einer Impfung könnten in der Sprechstunde geäußert werden. So kursierten unter anderem Ängste vor Unfruchtbarkeit bei einigen Frauen, berichtet Hartrumpf: „Es gibt auch viel Desinformation, der wir entgegenwirken wollen.“ Falls die Sozialarbeiter nicht weiterhelfen könnten, kooperiere man mit dem Gesundheitsamt, um offene Fragen zu klären. Auch das städtische Sozialamt unterstützt die Kampagne in der Nordstadt.

Gerade in Stadtteilen mit beengten Wohnverhältnissen könne sich das Coronavirus schnell ausbreiten, sagt Regine Bresler, Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel. „Da hat eine Impfung eine viel größere Wirkung als in Gartenstädten, wo der Abstand ohnehin da ist.“ Umso wichtiger sei es, in Quartieren wie der Nordstadt möglichst viele Menschen zügig zu impfen. Mobile Impfangebote vor Ort wären dabei wünschenswert, sagt Bresler. Allerdings werde das erst möglich, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden sei. „Es macht keinen Sinn, sich mit 250 Impfdosen ans Philipp-Scheidemann-Haus zu stellen und 300 Leute abzuweisen.“

So werde es in der Nordstadt-Sprechstunde des Quartiersmanagements auch darum gehen, den Menschen zu vermitteln, dass es nach der erfolgreichen Anmeldung noch eine Weile dauern kann bis zum Impftermin, weiß Jafka-Chef Hartrumpf. Je nachdem, wie groß die Resonanz auf das Angebot sei, wolle man es auch auf andere Quartiere ausweiten. Jafka ist auch in Waldau, im Forstfeld sowie in Rothenditmold tätig.

In Rothenditmold haben der Soziale Friedensdienst am Marienhof und die evangelische Philippus-Gemeinde ebenfalls eine Initiative zur Aufklärung gestartet. Dort beantwortet am Donnerstag, 10. Juni (sfd, Marienhof 4), sowie 17. Juni (Kirche), jeweils 16.30 Uhr, die Ärztin Marina Asmi-Röhrich Fragen rund ums Impfen.  

Service: Quartiersmanagement Nordstadt, Holländische Str. 200, Tel. 0561/86 19 218. Sprechstunde: montags 14 bis 17.30 Uhr (Deutsch und Englisch), donnerstags 9 bis 12 Uhr (auch Türkisch). (Von Katja Rudolph)

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