Stadtsprecher: Oftmals Benutzereingaben falsch

SMS-Parken in Kassel: Knöllchen trotz Ticket in der Nordstadt

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Parkschein per SMS gelöst: Dr. Catrin Siedenbiedel nutzt häufig die Möglichkeit, ihre Parkgebühren per SMS zu bezahlen. Trotz Bestätigungs-Nachricht erhält sie immer wieder Knöllchen. 

Kassel. Knöllchen trotz Parkticket: Das passiert Dr. Catrin Siedenbiedel immer wieder. Die 46-Jährige parkt häufig im Bereich Henschelstraße/Nora-Platiel-Straße in der Nordstadt.

An diesem Ort in der Kasseler Nordstadt parkt Siedenbiedel, weil sie als Pädagogische Mitarbeiterin beruflich dort zu tun hat.

Gerne nutzt sie die Möglichkeit, ihr Parkticket per SMS zu lösen. Das ist einfach, bequem und erspart ihr, stets passendes Kleingeld im Portemonnaie zu haben.

Doch rund zehn Mal, berichtet die Kasselerin, klebte bereits ein Knöllchen an der Windschutzscheibe ihres Autos. Wenig später gab es Post von der Stadt Kassel, in der ihr eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen wurde, die mit 20 Euro geahndet werde. „Ich werde ansatzweise kriminalisiert“, sagt Catrin Siedenbiedel. 

Jedes Mal muss sie dann selbst aktiv werden, um das Verfahren zu stoppen. Mit Erfolg. Warum aber gibt es in dem Bereich rund um die Uni Probleme mit dem SMS-Parken? Haben die Ordnungsamts-Mitarbeiter bei ihren Kontrollen etwa keinen Empfang?

„Dem Ordnungsamt sind die beschriebenen fehlerhaften Kontrollen nicht bekannt“, heißt es aus dem Rathaus. Vereinzelt gebe es Anfragen wegen Unklarheiten von SMS-Parkenden, pro Woche etwa sechs bis acht Anrufe. In diesen Fällen könnten Sachbearbeiter direkt in das Fachprogramm schauen und den Vorgang des SMS-Parkens nachvollziehen. 

„In den überwiegenden Fällen sind Benutzerfehleingaben wie falsche Kennzeicheneingabe oder unvollständige Datenangabe die Ursache“, sagt Stadtsprecher Michael Schwab. Bislang habe man jeden Vorfall aufklären können. „Wenn ein korrektes SMS-Ticket zustande gekommen ist, wird dies den Mitarbeitern vor Ort im Datenerfassungsgerät angezeigt. Eine Ahndung erfolgt dann logischerweise nicht“, sagt Schwab.

Auch Catrin Siedenbiedels Knöllchen stellen sich stets als nichtig heraus. Sie konnte immer belegen, ein Handy-Ticket gelöst zu haben. Bequem ist die Methode des SMS-Parkens für sie aber inzwischen häufig nicht mehr.

10 Prozent zahlen Parkticket per SMS

Seit Juni 2015 bietet die Stadt Kassel an, Parkgebühren mittels Mobiltelefon zu bezahlen. Die Zahl der Nutzer wächst nach Angaben der Stadt stetig: Lag der Anteil der Handy-Parker kurz nach der Einführung bei 3,4 Prozent der gelösten Parktickets, liegt die Nutzungsrate heute bereits bei rund zehn Prozent. Das waren im April 26 132 Parkvorgänge.

So funktioniert Handyparken in Kassel

In Kassel gibt es das Handyparken seit 15. Juni 2015. Auf allen öffentlichen Parkflächen ist es seither möglich, die Parkgebühren bargeldlos mit dem Handy zu zahlen: entweder per SMS oder über die SmartphoneApp „Travipay“, die zuvor auf dem Smartphone installiert werden muss. Dabei muss man das Nummernschild und die jeweilige Parkzeit angeben. Die Parkzeit kann verlängert werden, wo immer man sich aufhält. Die Parkgebühren beim SMS-Parken werden über die Mobilfunkrechnung abgerechnet. Die Kosten entsprechen den Parkgebühren am Automaten zuzüglich einer Servicegebühr von 14 Cent je Parkvorgang und gegebenenfalls anfallenden SMS-Gebühren. Wer trotz gültigen SMS-Tickets ein Knöllchen bekommt, der sollte beim Ordnungsamt (Verkehrsüberwachung) anrufen und die entsprechende Pin bereithalten, rät die Stadt.

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