VG Wort und Universitäten haben Übergangslösung gefunden

Studenten atmen auf: Texte gibt es vorerst weiter digital

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Digitales Arbeiten ist Alltag für Studenten : Mit der geplanten neuen Regelung wäre dies kaum mehr möglich gewesen. Unser Foto zeigt das Selbstlernzentrum der Uni Kassel.

Kassel. Es ist eine Art Weihnachtsgeschenk für die 25.000 Studenten der Uni Kassel, die Hochschulmitarbeiter – aber auch alle anderen Studenten in Deutschland.

Denn den Studenten hatte zum Jahreswechsel eine deutliche Verschlechterung der Studienbedingungen gedroht: An allen Unis hätten wegen eines Streits mit der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort große Teile der Lehrmaterialien zu Vorlesungen und Kursen nicht mehr digital zur Verfügung gestellt werden können. Dieses Szenario ist nun vorerst vom Tisch.

Denn die Kultusministerkonferenz und die VG Wort haben sich auf eine Übergangslösung geeignet, nach der mindestens bis zum 30. September 2017 weiterhin sämtliche Texte für Lehrveranstaltungen den Studenten online zur Verfügung gestellt werden. Die VG Wort, die sich um die Vergütung von Urheberrechten kümmert, wollte, dass digital bereitgestellte Texte nicht mehr pauschal abgegolten werden. Dafür zahlt die Uni Kassel bislang 15 000 Euro im Jahr an die VG Wort, die das Geld wiederum an die Urheber pauschal verteilt.

Dieses Modell wollte die VG Wort abschaffen. Stattdessen sollten die Dozenten jede in Lehre und Forschung verwendete Seite digitaler Werke einzeln melden und abrechnen. Dies hätte einen enormen Zeit- und Personalaufwand für die Universitäten bedeutet. Dies hatte den Widerstand der Hochschulen hervorgerufen. Sie weigerten sich, entsprechende Verträge mit der VG Wort einzugehen.

Für Studenten hätte dies zur Folge gehabt, dass sie ab 2017 Texte wieder klassisch kopieren hätten müssen. Nun bleibt bis zum Herbst 2017 Zeit, eine Einigung zu erzielen.

„Wir begrüßen diese Übergangslösung und hoffen, dass die Zeit nun genutzt wird, um eine zufriedenstellende und praktikable dauerhafte Lösung zu finden“, sagt Uni-Sprecher Sebastian Mense.

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