Dafür wird ein Dachboden gesucht

Taubenplage in der Kasseler Nordstadt: Schlag soll helfen

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Nistplatz und Futterstelle: Unter dem Dach des Kasseler Rathauses gibt es seit über zehn Jahren einen Taubenschlag. Dort haben sich etwa 150 Tiere angesiedelt. Indem ihnen ein Teil der Eier weggenommen wird, kontrolliert die Stadt die Taubenpopulation.   

Nord-Holland. Die Norstadt sucht nach einem Dachboden, auf dem man einen Taubenschlag einrichten kann. Damit soll gegen die Probleme mit den Tieren vorgegangen werden.

Nicht nur in der Innenstadt gibt es große Taubenschwärme. Auch in der Nordstadt leben viele der grau gefiederten Vögel. Anwohner, unter anderem im Bereich der Henschelstraße/Moritzstraße am Uni-Campus, fühlen sich durch die Tiere und vor allem deren Hinterlassenschaften gestört. Mit einem Taubenschlag soll nun gegen die Probleme vorgegangen werden. Dafür setzt sich die Nordstadt-SPD ein.

Ende vergangenen Jahres war die Initiative der SPD, nach dem Vorbild des Taubenschlags im Kasseler Rathaus auch in der Nordstadt einen solchen betreuten Stall zu schaffen, gescheitert. Der Antrag der Sozialdemokraten, den auch der Ortsbeirat mittrug, wurde von der Stadt abgelehnt. Die Begründung: Es gebe keine öffentlichen Gebäude im Stadtteil, die sich zur Einrichtung von Taubenschlägen eigneten.

Deshalb wolle man nun versuchen, auf eigene Faust einen Dachboden oder anderen geeigneten Ort für einen Taubenschlag zu finden, sagt Ron Hendrik Peesel, Ortsbeiratsmitglied und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in der Nordstadt. Wenn man der Stadt eine Örtlichkeit für den Taubenstall präsentieren könne, hofft Peesel, könne das Vorhaben doch noch realisiert werden. Für die ehrenamtliche Betreuung des Taubenschlags sei von einer Tierschutzgruppe bereits Interesse bekundet worden.

Um den Taubenschlag unter dem Rathaus-Dach kümmert sich seit elf Jahren Walter Vollmer, der im städtischen Vermessungsamt arbeitet und privat leidenschaftlicher Taubenzüchter ist. In dem Taubenschlag finden die Tiere Futter und können in kleinen Boxen nisten. Allerdings nimmt Vollmer den Vögeln den Großteil ihrer Eier weg und jubelt ihnen stattdessen Attrappen unter. So kann die Taubenpopulation eingedämmt werden. In dem Rathaus-Schlag leben laut Vollmer etwa 150 Tiere. Die jährlichen Kosten für den Betrieb liegen bei 3300 Euro und werden von der Stadt getragen.

Die Maßnahmen hätten sich bewährt, sagt der 58-Jährige. „Wir haben die Tauben rund um das Rathaus jetzt unter Kontrolle.“ Auch die Probleme mit Taubenkot hätten sich deutlich gebessert. Da sich die Tiere in der Nacht und auch einen Großteil des Tages in dem Schlag aufhalten, hinterließen sie draußen nicht mehr so viel Dreck.

Auch in der Nordstadt könne ein Taubenschlag helfen, die Probleme einzudämmen, sagt der Experte. Nach seiner Einschätzung gibt es dort die größten Schwärme im Bereich Wiener Straße/Holländische Straße und im Bereich der Goetheschule an der Weserstraße. Tauben hielten sich immer dort auf, wo sie Futter bekämen – häufig auch von Privatleuten, die aus falsch verstandener Tierliebe handelten.

Für einen Taubenstall eigne sich ein Dachboden, der nicht zu klein sein sollte (15 bis 20 Quadratmeter). „Es sollen ja auch ein paar Tauben reinpassen.“ Der Pflegeaufwand sei überschaubar. Er selbst fülle jeden zweiten Tag Wasser und Futter nach und reinige den Stall einmal im Monat. Profi müsse man nicht sein, um einen Taubenschlag zu betreuen. „Aber man sollte keine Berührungsängste haben.“ 

Kontakt: ronhendrik.peesel@gmail.com, Tel. 0176/20 60 37 97

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