Dogge aus verwahrloster Wohnung gerettet

Tiere kommen nach Weihnachten ins Tierheim: Horst wird aufgepäppelt

Kassel. Nach den Ferien und besonders nach Weihnachten steigt die Anzahl der abgegebenen oder gefundenen Tiere häufig an, wie auch aktuell im Kasseler Tierheim Wau-Mau-Insel.

Dort wurden bisher vor allem Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen abgeliefert. Der Großteil der Kleintiere befinde sich in einem guten Zustand und müsse nur noch geimpft werden, sagt Tierheimleiter Karsten Plücker.

Skurril sei jedoch, dass viele Finder erzählten, sie hätten das Tier gefunden, dabei laufe ein Hauskaninchen nun mal nicht einfach so über die Straße. Plücker vermutet, dass viele der angeblichen Finder die eigentlichen Besitzer der Tiere seien und sie aus Überforderung ins Tierheim bringen. „Viele merken erst mit der Zeit, wie viel Arbeit ein Tier bedeutet, und dass es eben auch Geld kostet“, sagt der Tierheimleiter.

Im Gegensatz zu den abgegebenen Kleintieren wurden die meisten der neuen Hunde und Katzen von den Mitarbeitern der Wau-Mau-Insel gerettet. Sie kämen häufig aus Sicherstellungen, die vom Veterinäramt veranlasst wurden, erzählt Plücker. Auch Fälle, bei denen Besitzer verstorben seien oder Züchter ihre Tiere abgeben müssten, seien nicht selten.

Zutraulicher Vierbeiner: Die dreijährige Dogge Horst wurde vor einer Woche gerettet und wird nun aufgepäppelt. Foto:  Koch

Die Dogge Horst zum Beispiel wurde nach einer Meldung beim Veterinäramt von Mitarbeitern des Tierheims aus einer verwahrlosten Wohnung gerettet. Der dreijährige Rüde ist seit einer Woche auf der Wau-Mau-Insel und werde nun aufgepäppelt, da er recht dünn sei, sagt der Tierheimleiter.

Die Kapazitäten des Tierheims Wau-Mau-Insel seien häufig auch davon abhängig, wie viele Tiere einer Art zusammen in einen Zwinger passen. Die aktuelle Verteilung schätzt Plücker auf 90 Hunde, 80 Katzen und 80 Kleintiere.

Vor allem im Monat Februar würden viele der Zwinger und Käfige leer werden, da nach Urlaub und Festtagen einige Leute auf die Idee kämen, sich Hunde oder Katzen anzuschaffen, berichtet Karsten Plücker. Demnach gebe es momentan trotz der abgegebenen und gefundenen Tiere kein Problem der Überfüllung. Vergangenen Montag seien zum Beispiel einem Züchter zwölf Yorkshireterrier abgenommen worden, davon seien nun nur noch sechs auf der Wau-Mau-Insel. Der Rest wurde bereits privat vermittelt, sagt Plücker.

Aktuell macht vor allem der Mindestlohn, den Karsten Plücker zwar als fair und notwendig ansieht, dem Tierheim zu schaffen. Zehn Mitarbeiter bekämen nun mehr Gehalt, weshalb die Preise für den Kauf eines Hundes um 20 Euro und für den Kauf einer Katze um zehn Euro erhöht werden mussten. Über Spenden freut sich das Tierheim daher umso mehr.

Mehr Informationen unter:     www.wau-mau-insel.de

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