Prozess wegen Totschlags vor dem Landgericht

Tod auf „Trinkerwiese“: Angeklagter schweigt bislang zu den Vorwürfen

Kassel. Wegen Totschlags steht seit Donnerstag ein 35 Jahre alter Mann aus Kassel vor der 6. Strafkammer des Landgerichts. Bislang schweigt der Angeklagte.

Er soll in der Nacht zum 19. Oktober 2016 vor der Julius-Reuter-Schule in der Nordstadt im Streit den gleichaltrigen Stephen N. mit einem Messerstich in den Hals so schwer verletzt haben, dass der Mann wenig später im Klinikum verstarb.

Sowohl der mutmaßliche Täter als auch das spätere Opfer kannten sich und waren Teil der Alkohol- und Drogenszene, die sich damals regelmäßig vor der Schule traf.

Der hochgewachsene, schlanke Angeklagte mit der Stoppelhaarfrisur und dem hageren Gesicht war eine knappe Woche nach der Bluttat festgenommen worden. Er schwieg gestern vor Gericht. Ein Augenzeuge der Auseinandersetzung hatte ihn bei einer polizeilichen Gegenüberstellung aus acht Personen als Täter benannt. Seither sitzt der heute 35-Jährige in der JVA Kassel in Untersuchungshaft.

Staatsanwältin Herwig schilderte in ihrer Anklage ein wohl zufälliges Treffen der beiden Männer auf der als „Trinkerwiese“ bekannten Fläche vor der Schule.

Ein zunächst verbal geführter Streit sei urplötzlich und ohne erkennbaren Grund eskaliert. Der Angeklagte habe ein Messer aus der Hosentasche gezogen und in einer bogenförmigen Bewegung die Klinge in den Hals von Stephen N. gestoßen. Dabei sei die Halsschlagader fast vollständig durchtrennt worden. Der schwer Verletzte starb eine knappe Stunde später im Klinikum Kassel.

Dem Angeklagten sei bewusst gewesen, dass er eine potenziell tödliche Attacke geführt habe. Er habe sich danach einfach vom Tatort entfernt, sagte Herwig.

Richter Volker Mütze gab den rechtlichen Hinweis, dass der Angeklagte bei einer Verurteilung auch in eine Entziehungsanstalt eingeliefert werden könnte. Der Prozess geht am 26. Oktober weiter.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.