Kasseler Opfer der NSU-Mordserie

Todestag jährt sich zum achten Mal: 400 erinnerten an Halit Yozgat

Halit Yozgat

Kassel. Weiße Lilien und rote Gerbera schmückten den Gedenkstein auf dem Halitplatz: 400 Menschen haben am Sonntag an der Gedenkfeier für Halit Yozgat in der Kasseler Nordstadt teilgenommen.

Aktualisiert um 18 Uhr

Darunter der türkische Generalkonsul Ufuk Ekici, der Bundesvorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, und die Bundesbeauftragte für die Belange der Opferfamilien, Barbara John.

Der Todestag des Kasseler Terroropfers jährte sich am Sonntag zum achten Mal. Halit Yozgat war am 6. April 2006 im Alter von 21 Jahren mit zwei Kopfschüssen in seinem Internet-Café an der Holländischen Straße in der Nordstadt getötet worden.

Gedenkfeier zum Todestag von Halit Yozgat

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Er war das neunte Opfer der NSU-Mordserie. Halits Vater Ismail Yozgat dankte den Menschen auf dem Platz vor dem Kasseler Hauptfriedhof, dass sie ihn und seine Familie „an diesem Tag nicht alleine gelassen haben“.

Das Angebot der Bundesregierung, eine Entschädigung zu zahlen, hätten er und seine Familie stets abgelehnt. „Die Umbenennung der Holländischen Straße in Halitstraße ist unser einziger Wunsch.“ Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich erinnerte an die quälend lange Zeit bis zur Aufklärung der Morde, in der die Angehörigen Verdächtigungen und Spekulationen ausgesetzt waren.

Ufuk Ekic sagte, die Kugeln hätten Halit getroffen, aber das Ziel seien die Freundschaft und das friedliche Zusammenleben der Kulturen gewesen. „Das Problem heißt Rassismus“, sagte Kenan Kolat. Daggen anzugehen, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Barbara John lobte die Solidarität der Menschen. Von Kassel gehe ein starkes Zeichen aus. (els)

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