Ehemalige Hauptpost an der Unteren Königstraße

Trendsport Bouldern bald in Postgebäude: Halle kommt in ehemaligen documenta-Standort

Erst die Wände, dann kommt der Boden: Mitarbeiter des Unternehmens Blocz aus Chemnitz sind in diesen Tagen mit dem Bau der Kletterwände beschäftigt, die aus verschiedenen Modulen zusammengesetzt werden.
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Erst die Wände, dann kommt der Boden: Mitarbeiter des Unternehmens Blocz aus Chemnitz sind in diesen Tagen mit dem Bau der Kletterwände beschäftigt, die aus verschiedenen Modulen zusammengesetzt werden.

Bei der documenta 14 war das Postgebäude ein Anziehungspunkt. Seit dem Ende der Ausstellung steht allerdings ein Teil des Gebäudes leer. Im Februar soll dort Kassels erste Boulderhalle eröffnen.

Kassel - Seit einigen Tagen wird in der früheren Hauptpost an der Unteren Königsstraße gesägt und gehämmert. Auf 1000 Quadratmetern entstehen in einer früheren Fahrzeughalle Kassels erste reine Boulderhalle mit Kletterwänden in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden.

Bouldern ist ein Trendsport, bei dem ohne Sicherung bis auf eine Höhe von drei bis vier Metern geklettert wird, aus der ohne wesentliches Risiko von der Wand auf eine Matte abgesprungen werden kann. Bislang gibt es in Kassel zwei Kletterhallen, in denen es auch Bouldermöglichkeiten gibt. „Eine reine Boulderhalle gibt es bislang noch nicht“, sagt Verena Keim, die für das Chemnitzer Unternehmen Element Boulders die Halle in Kassel leiten wird. Das Unternehmen hat die Halle vorerst für zehn Jahre angemietet und investiert einen siebenstelligen Betrag.

Neben der großen Fläche sind eine weitere Fläche für Familien geplant, ein Fitnessbereich, der speziell auf Klettersport ausgerichtet ist und ein Bistro. Derzeit ist das Unternehmen Blocz mit dem Bau der Kletterwände beschäftigt, ab Januar soll dann der Bau der Bodenmatten beginnen, auf die die Sportler abspringen können. Eröffnet werden soll im Februar nächsten Jahres.

Was macht den Reiz der Sportart aus? „Im Grunde, dass es eigentlich jeder kann“, sagt Verena Keim, die auch gebürtig aus Kassel kommt. „Die Einstiegshürde ist gering, weil man eigentlich nur Turnschuhe braucht, um sich an der vier Meter hohen Wand ausprobieren zu können.“ Bouldern kann man alleine, der Sport lebt aber von der Gemeinschaft, die man dann meist vor Ort trifft, beschreibt es Keim.

Die 30-Jährige, die selbst mehrere Jahre Erfahrung im Kletterbereich hat, geht davon aus, dass das Team in Kassel 25 bis 30 Mitarbeiter umfassen wird. Größtenteils Minijobber und Studenten, wie sie sagt. Ein Routenbauer wird die Kletterrouten an den Wänden wöchentlich neu gestalten, damit es nicht langweilig wird. Der Eintrittspreis wird laut Keim pro Tag erhoben. Es werde Angebote für Monatskarten oder Jahresabos geben. Nach Angaben einer Sprecherin der Drestate Services GmbH, der das frühere Postgebäude gehört, hat das Gebäude eine vermietbare Fläche von 22 000 Quadratmetern. Etwa drei Viertel davon seien derzeit vermietet. Zu den Mietern gehören neben Element Boulders die Post, das Land Hessen, die Diakonie Hephata und die Fitnessstudiokette Mcfit. Man plane, das Gebäude langfristig zu vermieten, so die Sprecherin.

Instagram: @element.kassel

Größtenteils ungenutzt: Nach der documenta 2017 standen viele Räume in der Hauptpost leer.

Bouldern

Das Word „Boulder“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Felsblock. Beim Bouldern wird ohne Seil- oder Gurtsicherung an Felsblöcken, Felswänden oder künstlichen Wänden geklettert. Seit den 1970er-Jahren ist das Bouldern eine eigene Disziplin des Sportkletterns und hat seit den 1990er-Jahren eine rasante Entwicklung erlebt. Der Boulderweltcup findet seit 1998 statt. Bei den Kletterweltmeisterschaften 2001 in Winterthur war die Disziplin erstmals bei einer Weltmeisterschaft präsent.

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