Arbeiten dauern noch bis 2019 

Umbau der Uni-Bibliothek: "Das Schlimmste ist bald vorbei"

+
Neuer Eingangsbereich: Der Vorbau mit zwei Drehtüren soll die täglichen Besuchermassen besser bewältigen. 

Kassel. Nach eineinhalb Jahren wird der zentrale Teil der Uni-Bibliothek im März wiedereröffnen. Die weiteren Umbauarbeiten werden sich aber bis 2019 hinziehen.

Seit gut eineinhalb Jahren ist die Uni-Bibliothek am Holländischen Platz eine Großbaustelle. Der in die Jahre gekommene Gebäudekomplex wird seit Mai 2015 umfassend saniert. Nun ist das erste Etappenziel in Sicht: Voraussichtlich im März soll der mittlere Gebäudeteil (B) wieder in Betrieb gehen – mehr als ein halbes Jahr später als geplant.

Auch die weiteren Bauabschnitte werden sich dadurch verzögern: Mindestens bis Sommer 2019 wird sich die Sanierung der beiden anderen Gebäudeflügel voraussichtliche hinziehen. Ursprünglich war die Fertigstellung für Herbst 2018 geplant. Für die rund 28.000 Nutzer bedeutet das, dass sie noch zweieinhalb Jahre lang mit Einschränkungen rechnen müssen.

„Der schwierigste Teil liegt aber bald hinter uns“, sagt Bibliotheksdirektor Dr. Axel Halle. Der Umbau des Mittelteils war der aufwändigste und logistisch herausforderndste, weil die Baustelle das dreiteilige Gebäude in der Mitte durchtrennte – bei laufendem Bibliotheksbetrieb. Bücher konnten nur durch Kellergänge von einem in den anderen Teil transportiert werden.

Der Umbau, das kann man schon erkennen, hat sich aber gelohnt: So wurde der bislang beengte Eingangsbereich durch einen modernen Glasvorbau mit zwei Drehtüren ersetzt, um die Besuchermassen besser zu bewältigen. Mehr als 2000 Menschen gehen dort täglich ein und aus.

Transparent und modern: Statt Backstein dominieren im zentralen Treppenhaus nun Glas und Stahl. Auch ein neuer Fahrstuhl wurde eingebaut.

Auch das Foyer und das Treppenhaus, in dem die alten Balustraden aus Backstein durch Glas ersetzt wurden, wirken hell und einladend. Treppen und Fahrstuhl erschließen nun an zentraler Stelle alle Etagen des Gebäudes. Früher musste man auf seitliche Treppenhäuser ausweichen, um in das oberste Geschoss zu gelangen.

Im ersten Stock wird eine „Lounge“ als Aufenthaltsbereich für die Nutzer eingerichtet. Die kabinenartigen Würfel mit knallbunten Polstern, in die sich Kleingruppen künftig zur Gruppenarbeit zurückziehen können, stehen schon. Auch in den Einzel- und Gruppenarbeitsräumen wurden die 30 Jahre alten Stühle und Tische durch zeitgemäße Möbel ausgetauscht.

Lernen im Würfel: Bibliotheksdirektor Dr. Axel Halle und Sibylle Kammler in einem der Kuben im künftigen Lounge-Bereich.

Die bislang offenen Galerien in den Obergeschossen des verwinkelten 1980er-Jahre-Baus wurden mit Glasscheiben versehen. Das dient einerseits dem Brandschutz, einem Hauptanliegen der Sanierung. Zugleich werden Geräusche auf den Fluren nicht mehr bis in die unteren Etagen getragen. Der besseren Akustik dient auch der neu verlegte Teppichboden, der Schall schlucken soll.

Nach der Wiedereröffnung des Mitteltrakts der Bibliothek wird die Sanierung im zur Mensa gelegenen Seitenflügel C fortgesetzt. Ab Sommer 2018 steht dann der andere Außenflügel A auf dem Bauplan. Die Gesamtkosten sind mit 19,3 Mio. Euro veranschlagt. Weitere zwei Mio. Euro stellt das Land für zusätzliche Sanierungsarbeiten unter anderem an alten Glasdächern und Türen bereit. Die Mängel waren erst im Zuge der Bauarbeiten aufgefallen.

Die Uni-Bibliothek in Zahlen

  • 6 Standorte gehören zur Universitätsbibliothek (UB): Holländischer Platz, Kunsthochschule, Ingenieurschule, AVZ in Oberzwehren, Witzenhausen und Murhardsche Bibliothek.
  • 7 Tage die Woche ist die Campusbibliothek am Holländischen Platz geöffnet. Montags bis Freitags von 8 bis 23 Uhr, am Wochenende von 10 bis 21 Uhr. Macht 97 Öffnungsstunden pro Woche.
  • 29 Jahre alt ist die Zentralbibliothek am Holländischen Platz. Sie wurde 1988 eröffnet.
  • 34 Betriebe sind an Umbau und Sanierung beteiligt. Entsprechend komplex ist die Abstimmung der Arbeiten. Kommt es in einem Bereich zu Verzögerungen, verschieben sich auch andere Termine – mitunter sind die Firmen aber nur in dem anfangs vereinbarten Zeitraum verfügbar. Dann gerät schnell der ganze Zeitplan ins Wanken.
  • 106 Mitarbeiter (gerechnet in Vollzeitstellen) beschäftigt die UB.
  • 28.000 Menschen nutzen die Uni-Bibliothek. Neben Studenten und Hochschulangehörigen sind darunter auch 11.000 externe Nutzer. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.
  • 977.000 Besuche wurden zuletzt an den sechs Standorten der UB gezählt. Der Löwenanteil von rund 800.000 Besuchen entfällt dabei auf die Zentralbibliothek am Hopla.
  • 1.700.000 Bücher gehören zum Bestand der Uni-Bibliothek, außerdem 41.000 E-Books und zehntausende weitere Medien (Zeitschriften, Handschriften, Karten, Noten). 1,3 Millionen Medien wurden zuletzt pro Jahr ausgeliehen. 

Lesen Sie dazu auch:

Umbau der Uni-Bibliothek: "Das Schlimmste ist bald vorbei"

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.