Sanierung des Torhauses B

Uni Kassel: Angehende Architekten lernen im alten Industriegebäude 

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Ehemalige Näherei und Versandhalle: Das 1930 erbaute Torhaus B der ehemaligen Gottschalk-Fabrik dient künftig der Ausbildung der angehenden Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner.

Kassel. Eine Backsteinperle auf dem Campus: An der Uni Kassel lernen die angehenden Architekten im alten Industriegebäude. Das Torhaus B wurde für 5,8 Millionen Euro umgebaut.

Die Universität Kassel ist um ein Gebäude mit Industriecharme und bewegter Historie reicher: Wo einst die Näherinnen der Tuch- und Zeltfabrik Gottschalk arbeiteten und deren Produkte in alle Welt verschickten, finden nun Studenten, Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter Platz.

Das sogenannte Torhaus B an der Gottschalkstraße wurde für 5,8 Millionen Euro für den Fachbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung (ASL) umgebaut und ausgestattet.

Das Backsteingebäude stammt aus dem Jahr 1930

Eigentlich hätte der Umbau schon vor etlichen Jahren abgeschlossen sein sollen. Doch dann kam ein Baustopp, weil die Haushaltsmittel fehlten. Nun hat das Land Hessen das Backsteingebäude aus dem Baujahr 1930 in zweieinhalbjähriger Bauzeit aufwendig sanieren und für die neuen Bedürfnisse umbauen lassen.

Blick zurück: Die Gottschalk-Fabrik wurde 1881 von Moritz Gottschalk gegründet. Viele der Gebäude gibt es nicht mehr.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, findet auch Klaus Sausmikat, Leiter der Bauabteilung der Uni Kassel. Besonders die großzügigen und hellen Arbeits- und Atelierräume für die angehenden Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner sind eine Bereicherung für den Fachbereich, der mit der Fertigstellung des Torhauses B fast vollständig auf dem Campus Nord angesiedelt sein wird. Bislang sind einige Fachgebiete im ehemaligen Institutsgebäude K10 beheimatet.

2002 hatte das Land Hessen das Gebäude von der Firma Gottschalk erworben, um Flächen für eine Erweiterung der Hochschule zu sichern. Drei Jahre zuvor hatte das Unternehmen nach 120-jähriger Firmengeschichte die Produktion eingestellt.

Großzügige Räume: Beata Lejman und Klaus Sausmikat von der Uni-Bauabteilung in dem Werkstatt- und Atelierraum.

Kurze Berühmtheit erlangte das Gebäude zur Documenta 12 im Jahr 2007. Der chinesische Künstler Ai Weiwei nutzte das Haus als Küche für sein Projekt „Fairytale“, für das er 1001 Chinesen nach Kassel holte, die in den Gebäuden der ehemaligen Zeltfabrik lebten. „Ai Weiwei selbst schlief im Dachgeschoss des Torhauses B“, erinnert sich Sausmikat.

Das Haus bietet auf drei Stockwerken insgesamt 1000 Quadratmeter Platz. Der Umbau gestaltete sich auch deshalb schwierig, weil einige der Träger nicht direkt übereinander standen, beschreibt Beata Lejman von der Bauabteilung. So hätten auch sämtliche Betondecken erneuert werden müssen.

2019 soll der Umbau der benachbarten früheren Produktionshalle von Gottschalk starten. Auch diese ist für den Fachbereich ASL vorgesehen. Über eine Fußgängerbrücke sollen beide Gebäude miteinander verbunden werden.

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