Verkehrversuch in Kassel

Einen Monat autofrei: Untere Königsstraße gehört jetzt Radfahren und Fußgängern

Samson Kirschning (von links), Citymanagerin Sabine Heinemann, Marie Kammler und Britta Wagemann vom Studio Raamwerk stehtnen hinter einem mit Blumen beladenen Lastenrad auf der Unteren Königsstraße.
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Autofrei bis 3. Oktober: Samson Kirschning (von links), Citymanagerin Sabine Heinemann, Marie Kammler und Britta Wagemann vom Studio Raamwerk freuen sich auf das Freiluft-Experiment auf der Unteren Königsstraße.

Autos müssen draußen bleiben: Das gilt ab sofort auf der Unteren Königsstraße. Der Abschnitt zwischen den Kreuzungen Stern und Holländischer Platz ist bis 3. Oktober eine Fußgängerzone auf Probe.

Am ersten Wochenende wagten sich zunächst nur wenige Passanten auf die freie Fahrbahn. Die Eröffnungsfeier am Sonntag mit Live-Musik, Bolzfeld und viel Gastronomie auf der Straße gab dann einen Vorgeschmack darauf, was in den nächsten autofreien Wochen möglich ist.

„Das ist ein riesengroßer Tag“, sagte Nurullah Yurddas zur Eröffnung des Freiluft-Experiments auf der Unteren Königsstraße. Dass der Tag tatsächlich noch kommen würde, an dem die Straße für den Autoverkehr gesperrt würde, konnte der Gastronom erst glauben, als die Absperrungen standen. Yurddas ist Inhaber des Restaurants Saraykapo direkt gegenüber der Haltestelle am Stern.

Der Verkehrsversuch ist schon seit mehreren Jahren im Gespräch, und wurde zuletzt coronabedingt verschoben. Seit Samstag ist der Bereich zwischen Stern und Holländischen Platz für den motorisierten Verkehr nun tabu. Schon am ersten autofreien Abend habe er gemerkt, wie wohl sich die Gäste fühlen, sagte Yurddas. Der Bereich um den Stern habe in Kassel einen schlechten Ruf, sagte Yurddas. Das wolle man ändern.

Chancen sieht Verkehrsdezernent Christof Nolda (Grüne) auch im Sinne der Verkehrswende: Das Freiluft-Experiment könne zeigen, „wie Verkehrsraum in Lebens- und Erlebensraum umgewandelt werden kann“. Viele Straßenzüge in Kassel hätten noch die Dimensionen aus der Zeit, in der man noch in erster Linie an das Auto gedacht hat.“ Während der Sperrung der Unteren Königsstraße werde man die Auswirkungen auf die umliegenden Straßen genau beobachten und dort den Verkehr zählen.

Auch ein weiteres Experiment ist mit dem Verkehrsversuch verbunden: So wird in Zusammenarbeit mit dem Logistikdienstleister „Go!“ ein sogenannter Lieferdienst-Demonstrator für die klimaneutrale letzte Meile aufgebaut. Alle Lieferungen für die Kasseler Innenstadt im kommenden Monat werden von dem Logistikunternehmen gesammelt und in ein Mikro-Depot an der Unteren Königsstraße geliefert. Von dort werden sie mit Lastenrädern zugestellt. Für die Stadt sei das ein konkreter Einstieg, so Nolda, um künftig verstärkt den Wirtschaftsverkehr in den Blick zu nehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität.

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