Polizei verteilt Fahndungsplakate am Tatort

Verbrechen vor Reuterschule in Kassel: Rosen für getöteten Steven 

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Gedenkstätte: Am Tatort wurden unter anderem Rosen abgelegt und Kerzen aufgestellt.

Kassel. Sie ist auch am Freitagmittag wieder zurückgekehrt. An jenen Ort, an dem in der Nacht zum Mittwoch ihr Lebensgefährte Steven N. von einem Unbekannten mit einem Messer in den Hals gestochen wurde.

Kurze Zeit später erlag der 34-Jährige in einem Krankenhaus seinen Verletzungen.

Michaela Hess hat den tödlichen Angriff auf ihren Freund selbst nicht miterlebt. Sie hatte den Platz vor der Reuterschule, an dem sich die Kasseler Trinker- und Drogenszene täglich trifft, kurz verlassen, um eine Freundin zu besuchen. Als sie zurückkam, lag Steven zusammengebrochen auf dem Platz.

Mittlerweile sind dort Rosen abgelegt und Kerzen aufgestellt. „R.I.P. Steven“ („Ruhe in Frieden, Steven“) hat jemand auf den Asphalt geschrieben. „Er hatte keine Chance. Leb wohl mein Junge“ ist auf einem Blatt Papier zu lesen. Sie hat auch „Hubis“ (kleine Schnapsflaschen mit Hubertustropfen) an die Stelle gelegt, weil sie die immer so gern zusammen getrunken hätten, erzählt Michaela Hess. Aber irgendjemand habe einfach die Flaschen ausgetrunken und leer zurückgelassen.

Am Freitagmittag gießen Männer und Frauen einen Schluck aus ihren Bierflaschen auf die Gedenkstätte, bevor sie daraus trinken. Damit wollen sie zum Ausdruck bringen, dass sie an den getöteten Steven denken. „Er war so ein lieber Junge“, sagt die 40-jährige Sahra. Sie legt eine Zigarette neben die Rosen.

„Wir hoffen, dass sie das Dreckschwein bekommen, das Steven auf so eine brutale Art und Weise umgebracht hat“, sagt der 49-jährige Gaston Scheuch. „So einen Tod hat er nicht verdient.“ Steven sei ein Kumpel von ihm gewesen, sagt Scheuch. Man habe sich hier regelmäßig getroffen. Seitdem das Ordnungsamt täglich auf dem Friedrichsplatz präsent ist, halte sich die Szene verstärkt hier in der Nordstadt auf.

Polizeioberkommissar Jens Özdemir-Blondeel gehört zur Sonderkommission „Reuter“, die bei der Polizei eingerichtet wurde, um das Verbrechen aufzuklären. Er verteilt am Freitagmittag am Tatort Fahndungsplakate. Die Ermittler hoffen, dass sie damit neue Hinweise zu dem bislang unbekannten Täter bekommen.

Auf der Suche nach dem Täter: Polizeioberkommissar Jens Özdemir-Blondeel von der Soko „Reuter“ verteilte am Tatort Fahndungsplakate. Michaela Hess, die Lebensgefährtin des Opfers, hofft, dass der Täter bald geschnappt wird.

Täterbeschreibung: Der Täter soll etwa 30 Jahre alt und zwischen 1,80 bis 1,85 Meter groß sein. Er hat kurze, dunkle Haare und ist vermutlich Deutscher. Er sprach Deutsch ohne erkennbaren Akzent. Zur Tatzeit habe er ein dunkles Sweatshirt und eine dunkle Hose getragen.

Die Ermittler wollen wissen:

• Wer kann Angaben zum Tatgeschehen machen?

• Wem ist zur Tatzeit der oben beschriebene Mann aufgefallen?

• Wer hielt sich zur Tatzeit im Tatortbereich auf?

Hinweise an die Soko „Reuter“ unter Tel. 05 61/91 00. Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgelobt.

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