Aktivisten wollen sich weiter für soziales Zentrum einsetzen

Nach Räumung der Villa Rühl: Tumulte vor Pressekonferenz der Uni

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Vor einer nicht öffentlichen Pressekonferenz der Uni kam es zur Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei.

Kassel. Die von linken Aktivisten besetzte Villa Rühl in der Kasseler Nordstadt wurde am Montagmorgen geräumt. Bei einer Pressekonferenz der Uni am Mittag kam es zu Tumulten.

Aktualisiert um 11.44 Uhr - 17 sich widerrechtlich auf dem Gelände an der Mönchebergstraße aufhaltende Personen wurden von der Polizei gegen 5 Uhr aufgefordert, das von der Universität Kassel verwaltete Grundstück zu verlassen. Darunter 14 Männer und drei Frauen. Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner verlief die Räumung der seit Anfang Juni besetzen Villa ruhig und friedlich. Eine Person musste allerdings von den Einsatzkräften aus dem Gebäude getragen werden. Der Rest verließ das Gelände freiwillig. 

Jedoch versuchte ein Mann etwas später wieder auf das Grundstück zu gelangen. Als ihm die Polizei dies verwehrte, leistete er Widerstand. Gegen ihn wird jetzt ermittelt. 

Gegen vier der Personen wurden Strafanzeigen wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz erstattet. Eine Frau bekam während der Durchsuchung Atemprobleme und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Bei der Feststellung der Personalien wurden die Männer und Frauen über die Rechtslage aufgeklärt und dazu aufgefordert, das Gelände der Villa Rühl auch in Zukunft nicht mehr zu betreten.

An der Villa Rühl in Kassel sind Beamte des Polizeipräsidiums Nordhessen sowie der Hessischen Bereitschaftspolizei im Einsatz.

Die Leitung der Universität, die das Areal verwaltet, hatte am 9. Juni Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung gestellt. Nun hatte das Amtsgericht Kassel den Beschluss zum Betreten und Durchsuchen der Villa Rühl und der Nebengebäude erlassen.

Die Polizei war auch im Laufe des Vormittags noch mit einem Großaufgebot vor Ort. Es wurden eventuell durch die Hausbesetzer entstandene Schäden dokumentiert. Im Einsatz waren Beamte des Polizeipräsidiums Nordhessen sowie der Hessischen Bereitschaftspolizei.

Die Aktivisten wollten mit der Besetzung des Gebäudes, das dem Land Hessen gehört, gegen den Schwund von Räumen von selbstorganisierten Gruppen in Kassel protestieren. Dafür wollten sie die in Beschlag genommene Villa Rühl zu einem "sozialen Zentrum" aufbauen. 

Auch nach der Räumung wollen sich die Aktivisten weiter für ein soziales Zentrum in Kassel einsetzen. Das kündigten sie bereits kurz nach dem Einsatz auf ihrer Internetseite an. 

Am Mittag nach der Räumung der Villa Rühl hatte die Uni Kassel zu einer nicht öffentlichen Pressekonferenz geladen. Vor dem ASL-Gebäude, in dem die Konferenz stattfand, kam zu es Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Demonstranten hatten sich geweigert, dem Fahrzeug des Uni-Präsidenten Platz zu machen und wurden von der Polizei abgedrängt.

Die Situation war nach kurzer Zeit wieder unter Kontrolle. Aufgrund der Räumung kam es am Vormittag zu kleineren Verkehrsbehinderungen im Bereich Mönchebergstraße und Ysenburgstraße.

Räumung der Villa Rühl in Kassel

Hier befindet sich der Einsatzort:

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