Harleshausen im Gespräch

Stadt sucht weiter nach Standorten für Flüchtlingsheime

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Hier sollen die Containerbauten aufgestellt werden: Auf dem Gelände im Gewerbegebiet an der Bunsenstraße sollen ab Juli 150 Flüchtlinge untergebracht werden. In unserem vorigen Artikel zum Thema haben wir versehentlich ein falsches Grundstück gezeigt.

Kassel. Nach fast zwei Stunden Fragen und Diskussion im Ortsbeirat Nord-Holland blieben noch viele Fragen offen zum geplanten Flüchtlingsheim an der Bunsenstraße. Größte Sorge der Ortsbeiratsmitglieder war, dass die Container keine menschenwürdige Unterbringung ermöglichen.

Bilder, wie diese Container (im Fachjargon ist von Mobil- oder Systembauten die Rede)  aussehen, wurden nicht präsentiert.

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Die Bedenken versuchte Bernardo Barba von der Kasseler Firma Vinber, die den Zuschlag als Betreiber der neuen Gemeinschaftsunterkunft in der Nordstadt bekommen hat, dennoch zu zerstreuen. Vinber ist auch Träger des Flüchtlingsheims im Druseltal. Die Bauten hätten nichts mit Baustellenunterkünften zu tun, wie man sie beim Stichwort Container im Kopf habe, sagte Barba. Die Baumodule seien neu und würden mit einer Aluminiumfassade verkleidet, „um nicht den Containercharakter zu haben“.

Für zwei Personen stünden jeweils 14 Quadratmeter zur Verfügung, für größere Familien würden Module zusammengefügt. Außerdem gebe es neben Küche und Sanitäreinrichtungen einen Gemeinschaftsraum und einen Gebetsraum. Wie genau die Wohnanlage aussehen wird, stehe noch nicht fest. Ein Ingenieurbüro arbeite derzeit die Pläne aus.

Klar ist bereits, dass die Caritas die Betreuung der Flüchtlinge übernimmt. Der katholische Sozialverband ist auch Träger des Flüchtlingsheims in der Jägerkaserne an der Ludwig-Mond-Straße. Dafür werde eine neue, aber bereits in der Flüchtlingsarbeit erfahrene Mitarbeiterin eingestellt, sagte Caritas-Geschäftsführer Meinolf Schaefers.

Umzug von Steul-Schule

Bis zu 150 Menschen sollen ab Juli in der Unterkunft in der Nordstadt leben. Sie soll fünf Jahre an dem Standort bestehen. Die Unterbringung in der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule im Forstfeld sei hingegen nur vorübergehend, erklärte Ute Pähns vom städtischen Sozialamt. Diese Gemeinschaftsunterkunft mit 70 Plätzen, die noch dieses Jahr belegt werden soll, werde ab Juli aufgelöst. Die dort lebenden Menschen müssten dann in die Containerbauten in der Nordstadt umziehen.

Weil absehbar sei, dass die Zahl der Flüchtlinge weiter steige, gehe man davon aus, dass weitere Unterkünfte nötig sind, sagte Pähns. Derzeit führe man Gespräche über eine Immobilie in Harleshausen, wo möglicherweise eine Unterkunft für 25 Personen eingerichtet werden soll. Details wollte die Stadt dazu noch nicht nennen.

Von Katja Rudolph

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