Lernzentrum wird von Studenten gut angenommen

Wer lernt denn da? Wir haben das neue "Leo" auf dem Campus besucht

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Schicke Atmosphäre: Jennifer Limmroth und Johannes Nebe (rechts) nutzen die abteilartigen Sitzgruppen im Obergeschoss, um eine Präsentation vorzubereiten. 

Das neue Lernzentrum „Leo“ der Uni Kassel hat vorige Woche eröffnet. Wir haben uns umgesehen, wie es von den Studierenden genutzt wird – und ob dort wirklich fleißig gelernt wird.

 Gemütlich abhängen und gleichzeitig etwas für Studium tun: Mona Hansmeier hat es sich einer Hängekugel im Obergeschoss des neuen Lernzentrums der Uni Kassel bequem gemacht. „Ganz entspannt hier“, sagt die 22-Jährige. 

Ganz entspannt: Mona Hansmeier gefallen die gemütlichen Hängekugeln.

Vor sich hat sie ihren Tablet-PC und Unterlagen zur Vorbereitung eines Referats über das Gefängnis auf der norwegischen Insel Bastøy. So eine Lernatmosphäre sei schon etwas Besonderes, sagt die Studentin der Sozialen Arbeit.

5,4 Millionen Euro hat der pavillonartige Neubau an der Moritzstraße gekostet. Nicht einmal zwei Wochen nach der Eröffnung haben Kassels Studierende das „Leo“, wie das Lernzentrum heißt, längst für sich entdeckt. Die Tischgruppen, Bänke, Sofas und Sitzecken sind am späten Vormittag fast voll belegt. Die meisten Besucher sind in den Laptop oder andere Lektüre vertieft.

„Sowas hat bisher definitiv gefehlt an der Uni“, sagt Johannes Nebe. Er arbeitet mit Jennifer Limmroth an einer Präsentation über strategisches Controlling, die bis zum Wochenende fertig sein muss. „Wir sind hier quasi rund um die Uhr“, sagt sie mit einem müden Grinsen. Sie haben sich an einer der abteilartigen Tischgruppen ausgebreitet. Theoretisch könnten sie bis 22 Uhr durchackern – so lange hat das Leo geöffnet.

Die beiden Masterstudenten freuen sich, dass es endlich einen Ort für Gruppenarbeit auf dem Campus gibt. In der Bibliothek dürfe man nur sehr leise sprechen, außerdem fallen dort wegen des Umbaus derzeit viele Arbeitsplätze weg. Aus Mangel an Alternativen hätten sie sich oft einfach Stühle auf dem Flur zusammengestellt.

Porridge ist der Renner

Im Erdgeschoss schauen sich Teresa Jansen und Paul Kirchner an der „Lernbar“ des Studentenwerks nach einem zweiten Frühstück um. Das Speisenangebot ist speziell auf das lernende Publikum abgestimmt. „Brainfood“, sagt Brigitte Schwarz vom Studentenwerk: Futter fürs Gehirn. Neben Vollkornbroten, Wraps und Sattmachersalaten gibt es vitaminreiche Smoothies. Der Renner aber ist ein lange aus der Mode geratener Klassiker: Porridge. Den Haferbrei kann man je nach Geschmack mit herzhaften oder süßen Beigaben verfeinern.

Lernen beim zweiten Frühstück: Paul Kirchner, Joschka Weiß und Teresa Jansen trafen sich zum Nacharbeiten ihrer Mechanik-Vorlesung.

„Ich esse nur, was mir schmeckt“, sagt Paul Kirchner trocken. „Gesund muss es nicht unbedingt sein.“ Der 18-Jährige entscheidet sich für ein Vollkornbrot mit Hähnchen. Frisch gestärkt macht er sich mit seinen Kommilitonen ans Nacharbeiten der Mechanik-Vorlesung. Den Erstsemestern gefällt das schicke Ambiente mit den knallbunten Sitzbezügen im Leo. „Wir kommen wieder“, sind sie sich einig.

Cihangir Bahcevan ist sich da nicht so sicher. „Ich lerne lieber in der Bibliothek“, sagt der 21-jährige Wirtschaftsrechtstudent. Zwischen den Büchern könne er sich einfach besser konzentrieren. „Hier sitzt man bei einem Kaffee zusammen und schweift so leicht ab.“ Aber auch eine Lernpause darf ja mal sein.

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