Zeuge über den Täter: „Der wollte nur Stress machen“

Bluttat in Kassel: Wir sprachen mit der Freundin des Opfers und einem Tatzeugen

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Der Morgen nach der Bluttat: Polizeianwärter durchsuchten am Mittwochvormittag den Rasen vor der Reuterschule nach Beweismitteln.

Kassel. Die Frau, die am Mittwochvormittag zu dem Treffpunkt der Kasseler Trinker- und Drogenszene vor der Reuterschule (Nordstadt) zurückkehrt, kann es noch nicht fassen.

Keine elf Stunden ist es her, dass ihr Freund, der 34-jährige Steven, an dieser Stelle von einem anderen Mann mit einem Messer in den Hals gestochen wurde. Der 34-Jährige erlag seinen Verletzungen kurze Zeit später in einem Krankenhaus.

„Ich will das gar nicht wahrhaben“, sagt die 37-jährige Michaela. Eigentlich habe ihr Freund am Dienstagabend gar nicht mehr mit zu dem Platz gehen wollen, weil es schon zu spät gewesen sei, sagt die Frau. Gegen 23 Uhr hätten sie sich dann doch noch entschlossen, dort gemeinsam ein Bier zu trinken. Allerdings sei sie selbst nach kurzer Zeit zu einer Freundin gegangen, um dort etwas zu erledigen, erzählt die 37-Jährige. Als sie nach 15 bis 20 Minuten zurückgekehrt sei, habe ihr Freund auf dem Platz gelegen. Die 37-jährige Frau kann sich das alles nicht erklären. Ihr Freund habe keinen Stress mit anderen gehabt.

Der 60-jährige Ronald trinkt am Mittwochmorgen mit zwei anderen Männern ein Bier auf dem Platz. Er hat die Bluttat in der Nacht hautnah miterlebt. Er habe Steven gut gekannt. „Wir haben oft zusammen Bier getrunken“, erzählt Ronald. So auch in der Nacht zum Mittwoch. Ronald berichtet, dass plötzlich ein Mann aus Richtung Jägerstraße gekommen sei und mit Steven einen Streit begonnen habe. „Der kam schon so aggro an, der Typ wollte einfach nur Stress machen“, erzählt der 60-Jährige. Er selbst habe den Angreifer nicht gekannt, Steven allerdings schon.

Nach der verbalen Auseinandersetzung habe der Fremde plötzlich ein Messer hinten aus der Tasche gezogen und auf den Steven eingestochen. Ronald beobachtete das aus einiger Entfernung und rief einen Krankenwagen. Der Täter flüchtete unterdessen vom Tatort.

Dieser wurde bereits in der Nacht von der Spurensicherung und am Mittwochmorgen erneut von Polizeianwärtern nach Beweismitteln durchkämmt. Ob die Ermittler die Tatwaffe gefunden haben, darüber gab Polizeisprecher Torsten Werner aus „taktischen Erwägungen“ keine Auskunft.

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