54-jähriger CDU-Politiker

Nachfolger von Walter Lübcke: Mark Weinmeister wird Kasseler Regierungspräsident

Wird im Februar das Amt des Regierungspräsidenten übernehmen: Mark Weinmeister, aktuell Staatssekretär in Wiesbaden.
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Wird im Februar das Amt des Regierungspräsidenten übernehmen: Mark Weinmeister, aktuell Staatssekretär in Wiesbaden.

Mark Weinmeister wird ab Februar Chef des Regierungspräsidiums Nordhessen. Der 54-Jährige folgt auf Hermann-Josef Klüber, der das Amt des ermordeten Walter Lübcke übernommen hatte.

Kassel – Nach dem Tod von Walter Lübcke sprach Mark Weinmeister über seine Freundschaft zu dem ermordeten Regierungspräsidenten. Weinmeister äußerte sich ausführlich gegenüber unserer Zeitung, schon während der Trauerfeier in der Martinskirche hatte er eine Rede gehalten. Später sagte er: „Viele haben gesagt: Mensch, dass du dir das antust. Da habe ich gesagt: Das ist kein Antun. Mir ist es wichtig, etwas zu sagen.“

Weinmeister will das Andenken an seinen Freund und einstigen Kollegen im Landtag bewahren. Das kann der 54-Jährige künftig von einer ganz besonderen Stelle aus: Der CDU-Politiker wird ab Februar nämlich das Amt des Regierungspräsidenten in Kassel übernehmen – und damit Nachnachfolger von Walter Lübcke werden.

Er will dann auch stets an seinen Vorvorgänger und dessen Werte, für die er einstand, erinnern. Weinmeister freut sich auf die neue Aufgabe, denn: „Das Regierungspräsidium ist schon sehr rührig, wenn es darum geht, Haltung zu zeigen.“

Mit Weinmeister tritt ein eingefleischter Nordhesse, wie er selbst sagt, die Nachfolge von Hermann-Josef Klüber an der Spitze der Behörde mit ihren 1400 Mitarbeitern und Außenstellen in Bad Hersfeld, Hünfeld und Fulda an. Klüber verabschiedet sich nach zwei Jahren als Chef der Behörde in den Ruhestand – im Alter von dann 66 Jahren.

Anders als der aus Fulda stammende Klüber hat es Weinmeister nicht weit zu seiner künftigen Arbeitsstätte. Sein Haus in Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis) steht an der Grenze zum Kreis Kassel. Seinem Heimatort Guxhagen würde er niemals den Rücken kehren, hat Weinmeister einmal in einem HNA-Interview gesagt. Selbst dann nicht, wenn er zwischen den schönsten Orten der Welt wählen dürfte. „Ich bin hier tief verwurzelt. Meine Großeltern wohnten hier, genau wie meine Eltern.“

Lediglich für sein Studium zog es ihn nach Göttingen – doch nicht besonders lange. Bald danach ging es zurück nach Guxhagen. Dort lebt er heute mit seiner Frau und den beiden Kindern – Tochter Charlotte (19) und Sohn Moritz (16).

Im Schwalm-Eder-Kreis ist Weinmeister CDU-Kreisvorsitzender. Anders als in der hessischen Landespolitik, in der er seit 1999 ist, ist er in dem Kreis, der aus einer Koalition von SPD, FWG/Piraten und FDP geführt wird, in der Opposition. Er ist auch Mitglied der Guxhagener Gemeindevertretung. Seine Mandate wird er abgeben.

Zu seiner Arbeit als Regierungspräsident passt sein Motto: Man hat immer dann Erfolg, wenn man geschlossen arbeitet – mit allen.

Wer Weinmeister bei Facebook folgt, bekommt einen recht tiefen Einblick in seine Arbeit, aber auch in das Privatleben des Hobbyfotografen – von Debatten über Fotos aus seinem Garten bis hin zur Trauer um Menschen, die ihm nahe standen, wie sein Freund Walter Lübcke. (Florian Hagemann und Maja Yüce)

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