So benutzen Sie die Onlinewache

Nordhessen: 30 Prozent mehr Strafanzeigen übers Internet

Kassel. Die Möglichkeit, über das Internet Strafanzeigen zu stellen, wird Raum Kassel immer häufiger genutzt. Das erklärte das Polizeipräsidium Nordhessen auf HNA-Anfrage. Laut Polizeisprecherin Sabine Knöll gingen 2013 bei der Onlinewache der nordhessischen Polizei 1659 Anzeigen und Hinweise ein.

Das ergibt einen Zuwachs von 30 Prozent. 2011 waren es noch 1001 Anzeigen, im Jahr 2010 genau 1046. Somit stieg die Zahl der online gestellten Anzeigen innerhalb von vier Jahren um fast 60 Prozent.

Grundsätzlich, hieß es seitens der Polizei, sei dies eine positive Entwicklung. Die Möglichkeit, online Strafanzeige zu erstatten, werde immer mehr Menschen bewusst.

Für die Jahre 2009 und davor liegen laut Knöll keine Zahlen vor. Seit Februar 2005 besteht in Hessen die Möglichkeit, über die Onlinewache Strafanzeigen zu stellen. Das System wurde zur damaligen IT-Messe CeBit vorgestellt.

Bei der Onlinewache handele es sich um ein Internetportal der Polizei, das ein „standardisiertes Onlineformular mit Pflichtfeldern“ biete, erklärte Knöll. Zuvor werde der Anzeigenerstatter ausführlich belehrt.

Nach dem Abschicken werde die Anzeige durch einen Sachbearbeiter bewertet und an die zuständige Dienststelle weitergeleitet. Sprecherin Sabine Knöll wies darauf hin, dass Dateianhänge aus Sicherheitsgründen nicht möglich seien.

Polizei sieht nur Vorteile

Im Polizeipräsidium Nordhessen sieht man viele Vorteile des Systems: Es handele sich um eine einfach zu bedienende Praxis, sie erleichtere den Sachbearbeitern die Arbeit und Bürger könnten ihr Anliegen mit eigenen Worten darstellen, so Knöll.

Nachteile sieht die Sprecherin keine. Der Frage nach möglichem Denunziantentum entgegnet Knöll, dass beispielsweise für das Jahr 2012 kein einziger Fall einer Falschanzeige bekannt sei. Für dringende Fälle sei die Onlinewache jedoch nicht geeignet, stellt Pressesprecherin Knöll klar. Dies werde auf der Startseite auch in Großschrift deutlich gemacht.

So benutzen Sie die Onlinewache

Die Handhabung der Onlinewache ist einfach: Es besteht entweder die Möglichkeit, einen Hinweis auf eine mögliche Straftat abzugeben, oder eine Strafanzeige zu stellen. Die Antragsteller müssen ihre Personalien angeben und Angaben zur Sache machen. Die IP-Adresse des Computers, von dem die Anzeige gestellt worden ist, wird gespeichert. Diese lässt sich zurückverfolgen.

Die Polizei macht deutlich: Missbrauch des Portals ist strafbar. Sprecher Volker König: „Das Vortäuschen einer Straftat ist kein Kavaliersdelikt und kann mit Freiheits- oder Geldstrafe geahndet werden.“ Im Internet unter: https://onlinewache.polizei.hessen.de (hof)

Rubriklistenbild: © HNA

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.