Nordhessen sind D-Mark-Millionäre: Bundesweit noch 13 Mrd. DM im Umlauf

Der Beginn des Jahres 2002 war ein historisches Datum auch für Deutschland: Die D-Mark wurde aus dem Verkehr gezogen, der Euro kam als Bargeld. Am Anfang wurde gefeiert – wie auf unserem Bild, das in Berlin entstand – später kam Ernüchterung. Auch nach zehn Jahren ist die D-Mark noch nicht ganz verschwunden, bei der Bundesbank werden auch heute noch Restbestände in Euro getauscht. Foto: dpa

Kassel. In alten Sparstrümpfen und zwischen Buchrücken schlummern noch Schätze: Allein vergangenes Jahr tauschten Menschen aus der Region in der Kasseler Filiale der Bundesbank 1 223 000 DM in Euro-Währung um.

Dies ist die einzige Stelle in Nordhessen, wo dies noch möglich ist. Auch zehn Jahre nach der Euro-Umstellung kämen jeden Tag bis zu 30 Menschen zur Bank, um ihre alten DM-Bestände zu wechseln, sagt Filialleiter Klaus Pauly.

In den Gesprächen am Schalter haben die Bundesbankmitarbeiter erfahren, wo die Nordhessen überall ihre DM-Münzen und Noten finden: „Oft wird das Geld bei Haushaltsauflösungen entdeckt. Es steckt in Büchern oder alten Geschenkkarten. Mancher findet auch noch einen Sparstrumpf“, sagt Pauly. In den vergangenen drei bis vier Jahren sei die umgetauschte Gesamtsumme nicht merklich gesunken.

Auch in den kommenden Jahren wird sich das kaum ändern: In Deutschland sind insgesamt noch 13 Milliarden DM im Umlauf. „Den gesamten Bestand an D-Mark werden wir aber nie zurückbekommen“, ist sich Pauly sicher.

Wer sein Geld heute tauscht, der erhält die Euros zum gleichen Kurs wie bei der Einführung vor zehn Jahren: Für 1,95583 DM gibt es einen Euro. Noch gibt es kein zeitliches Limit für den Umtausch. Selbst die Banknoten und Münzen der Bank Deutscher Länder, die von 1948 an für eine Übergangszeit ausgegeben wurden, könnten noch gewechselt werden, sagt Pauly. In vielen anderen europäischen Ländern sei ein Wechsel in Euro nicht mehr möglich.

Die 1,22 Mio. DM, die 2011 in Kassel eingesammelt wurden, sind vernichtet worden. Die Noten werden geschreddert und die Münzen eingeschmolzen. Wer jetzt noch DM entdeckt, der hat bis Ende September Zeit, diese in der Kasseler Bundesbankfiliale am Ständeplatz loszuwerden. Danach schließt diese Filiale.

Von Bastian Ludwig

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