GNH äußert sich bislang nicht

Was passiert mit den Heimen? Anlagen in Fasanenhof und Forstfeld sollen verkauft werden

Soll verkauft werden: Die städtische Seniorenwohnanlage Lindenberg mit angegliedertem Betreuten Wohnen im Stadtteil Forstfeld zählt zu den größten Pflegeeinrichtungen im Stadtgebiet.
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Soll verkauft werden: Die städtische Seniorenwohnanlage Lindenberg mit angegliedertem Betreuten Wohnen im Stadtteil Forstfeld zählt zu den größten Pflegeeinrichtungen im Stadtgebiet.

Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) hat bekannt gegeben, ihre Seniorenwohnanlagen verkaufen zu wollen.

Die GNH will sich zukünftig auf das Geschäftsfeld Krankenhaus konzentrieren. Das hatte das Unternehmen im Herbst verkündet. Im Gegenzug bedeutet das, dass die beiden Seniorenwohnanlagen in Forstfeld und Fasanenhof verkauft werden. Seit der Ankündigung hat sich die GNH nicht zu den Plänen geäußert.

Auf Einladung des Ortsbeirates Forstfeld hatte Ruth Fürsch, die Geschäftsführerin der Seniorenwohnanlagen, die Situation des Heimes zuletzt erläutert. Im November hatte sie mitgeteilt, dass es Interessenten gebe und sich möglicherweise bereits zum Jahreswechsel etwas ergeben könnte – spätestens aber im Frühjahr. „Seitdem haben wir nichts gehört“, sagt Brigitte Ledderhose, Ortsvorsteherin im Forstfeld. In der Anlage am Lindenberg, in der 100 Mitarbeiter beschäftigt sind, leben aktuell 92 Bewohner auf der Pflegestation und 220 im Betreuten Wohnen.

Nordhessen: Anlage im Fasanenhof bereits seit 2016 geschlossen

Die Anlage im Fasanenhof ist bereits seit 2016 geschlossen, daher sind hier weder Bewohner noch Mitarbeiter unmittelbar betroffen. Allerdings fragen sich hier vor allem die Bewohner der benachbarten Constantin-Residenz, die im Betreuten Wohnen in der Vergangenheit noch Leistungen der GNH bezogen hatten, wie es weitergehen soll. Die Gebäude des früheren Pflegeheims sind schon entkernt. Seit mehrere Pläne für Neubauten scheiterten, verwahrlost das Grundstück zusehends.

Die HNA hatte der GNH im Dezember einen Fragenkatalog mit der Bitte um Beantwortung geschickt. Darunter waren unter anderem Fragen zum Zustand der beiden Immobilien und zur Aufteilung des Grundstückes am Fasanenhof. Auch die Frage, warum die Anlagen nicht mehr rentabel sind, blieb unbeantwortet.

Suche nach guter Lösung für Bewohner und Beschäftigte

Schriftlich gab es eine zusammenfassende Stellungnahme der GNH: Man sei davon überzeugt, eine gute Lösung für die Bewohner sowie für die Beschäftigten zu finden. Betriebsbedingte Kündigungen seien im Rahmen der Neuausrichtung ausgeschlossen. Weitere Einzelheiten könnten erst genannt werden, wenn die Gespräche mit künftigen Betreibern abgeschlossen seien.

Wenn sich kein Käufer findet, droht der Seniorenwohnanlage auf dem Lindenberg die Schließung. Den Mitarbeitern ist zugesichert worden, dass sie im Unternehmen beschäftigt bleiben. Das bedeutet, dass sie nicht mehr in ihrem ursprünglichen Arbeitsfeld der Altenpflege beschäftigt sein werden.

Rote Zahlen bei der Gesundheit Nordhessen Holding

Heike Grau von Verdi Nordhessen betont, man habe dafür gekämpft, dass die Seniorenwohnanlagen im Unternehmen bleiben. Nach HNA-Informationen könnten die Gehälter der Beschäftigten, die nach Tarif bezahlt werden, ein Grund sein, der den Verkauf erschweren könnte. Vor allem die Lohnkosten sollen für rote Zahlen gesorgt haben.

Die Häuser, in denen die Wohnungen des Betreuten Wohnens am Lindenberg untergebracht sind, sind im Besitz der GWG, die sie an die GNH vermietet hat. „Im Fall eines Verkaufs kommt es darauf an, welches Konzept der Erwerber hat. Aber unabhängig, was kommt: Eine Versorgung der dort wohnenden Menschen werden wir sicherstellen“, sagt GWG-Geschäftsführer Peter Ley.

Laut der Stadt Kassel unterliegen Gebäude und Gelände am Lindenberg nicht dem Denkmalschutz. Das überrascht unter anderem Mitglieder der Siedlergemeinschaft Lindenberg 2, die dort Räume angemietet hat. Ihnen sei gesagt worden, dass Teile der Gebäude denkmalgeschützt seien.

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