Auch wenn Rohöl günstiger wird

Unsere Region zahlt bundesweit den höchsten Spritpreis

Kassel. Die Rohölpreise fallen und mit ihnen auch die für Sprit. Darüber freuen sich Autofahrer und Spediteure. Doch die Region gehört zu denen mit den höchsten Spritpreisen.

Bis zu 13 Cent je Liter müssen Autofahrer hier mehr bezahlen als beispielsweise Kunden in den Billigstädten Berlin und Dortmund.

Freitagabend kostete Superbenzin in Kassel bis Redaktionsschluss an den preiswertesten Tankstellen 1,28 und Diesel 1,17 Euro, in Berlin dagegen nur 1,21 beziehungsweise 1,04 Euro. Selbst in megateuren Metropolen wie München, Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart sind Diesel, Super und E10 in der Regel zehn Cent billiger. Das kann bei einer großen Tankfüllung schon acht Euro ausmachen.

Warum das so ist, kann niemand wirklich nachvollziehbar erläutern. Während Detlef Brandenburg vom Tankstellenbetreiber Aral und Andreas Hölzel vom ADAC die Preisunterschiede mit dem jeweiligen, lokalen Wettbewerbsumfeld erklären, – also mit der Zahl der Tankstellen sowie Vielfalt und Preis-Aggressivität der Anbieter – vermutet Stefan Zieger vom Bundesverband freier Tankstellen (bft) einen ganz anderen Grund: die große Entfernung Kassels zur nächsten Raffinerie.

Aber selbst wenn es so wäre: Die hohe Differenz würde die bft-Vermutung nicht untermauern. Eine dritte These stammt vom Kasseler Spediteur Eugen Jung. Er glaubt, dass Kassel und Nordhessen das „Experimentierfeld der Mineralölkonzerne für hohe Preise“ ist. In der Region probten die Anbieter, was den Kunden zugemutet werden könne. Der Unternehmer bezeichnet Nordhessen und Südniedersachsen als „Hochpreisburg der Ölmultis“.

Das weist Aral-Sprecher Brandenburg weit von sich. Eine Region zum Austesten hoher Spritpreise und Absprachen gebe es nicht. (jop)

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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