Abschluss der Sanierung des Gotteshauses

Klosterkirche Nordshausen: Sanierung wird am Sonntag gefeiert

Fritz Poppenhäger (links) vom Kulturverein und Klaus-Dieter Schmidt-Hurtienne vom Förderverein freuen sich. Foto: Oschmann

Nordshausen. Das älteste Gotteshaus Kassels, die Klosterkirche Nordshausen, erstrahlt in neuem Glanz: Für 430 000 Euro wurde der Innenraum renoviert. Ein Jahr lang dauerten die Arbeiten, die jetzt abgeschlossen sind. Erneuert wurden die Heizungsanlage, Beleuchtung und Tontechnik.

Aber auch ein neuer Sandsteinfußboden wurde verlegt, alle Wand- und Deckenflächen mit neuem Putz und Anstrich versehen.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten erlebten die Beteiligten so manche Überraschung. „Wir stießen zum Beispiel auf Überreste von Wandmalereien und Inschriften aus früheren Jahrhunderten“, berichtet Pfarrer Harald Götte, der gemeinsam mit Amtskollege Dr. Markus Himmelmann die Gemeinde betreut.

Diese Fragmente, zum Beispiel eine Kreuzdarstellung mit der Jahreszahl 1486 und Überreste eines gotischen Schmuckelements, „lassen das Herz höher schlagen,“ sagt Götte, weil sie den Blick in die Geschichte der Kirche eröffnen. Bereits im 13. Jahrhundert existierte die Kirche, und zwar als Kloster für Zisterzienserinnen.

Neu gestaltet wurden auch die Schlusssteine und Reliefs an den Kapitellen. Und so mancher Aspekt der Geschichte des gotischen Kirchenraums wurde im Zuge der Sanierung erstmals bekannt. Dass auch bislang offene Fragen, etwa die Geschichte der beiden Glocken und der drei Taufsteine, geklärt werden konnten, ist wesentlich Dr. Josef Mense zu verdanken.

Freut sich über die renovierte Klosterkirche in Nordshausen: Pfarrer Harald Götte, der die Altarbibel präsentiert. Im Hintergrund ist das Altargewölbe der Kirche zu sehen. Foto: Malmus

Ein echter Höhepunkt der Sanierung, die vom Warburger Architekturbüro Kropp geleitet wurde, ist auch die Öffnung zum früheren Kreuzgang hin. Früher zugemauert, erscheint er jetzt in ganzer Schönheit.

Um das Nordportal öffnen und neu gestalten zu können, wurden die Heizkörper zurückgebaut. Nun können künftig Konfirmanden oder Brautpaare durch zwei gläserne Flügeltüren die Kirche sozusagen hinten von der Seite aus betreten.

Finanziert wurde die Sanierung von der Landeskirche, dem Stadtkirchenkreis und dem Landesdenkmalamt. Aber auch viele Einzelspenden haben zum Gelingen des Projekts beigetragen, betonen die beiden Pfarrer.

Dass die alte Klosterkirche überhaupt in den Blick rückte, sei dem 2004 gegründeten Förderverein Kultur- und Sozialzentrum Klosterkirche Nordshausen zu verdanken, sagt Götte. Zuvor hatte erstmals im 19. Jahrhundert Philipp Hoffmeister, ein Zeitgenosse der Grimms, eine erste Chronik der Klosterkirche erstellt. Der Förderverein knüpfe hier an und habe eine Fassadenkartierung der Kirche finanziert.

Mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Festakt wird am am kommenden Sonntag, 29. September, ab 10 Uhr die Einweihung der sanierten Klosterkirche gefeiert.

Von Sabine Oschmann

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