Nordshausen ist mit 2045 Einwohnern Kassels kleinster Stadtteil mit einem sehr regen Vereinsleben

Nordshausen, attraktives Dorf in der Großstadt

Die Klosterkirche im Zentrum: Kassels ältestes erhaltenes Gotteshaus wurde 1257 ermals urkundlich erwähnt. Rund um die Klosterkirche hat sich Nordshausen entwickelt. Foto:  Herzog/Charterflug Kassel

Nordshausen. Die Alteingesessenen in Kassels kleinstem Stadtteil (2045 Einwohner) wissen genau, wer schon immer dazugehört hat und wer „nur“ zugezogen ist.

Auch 77 Jahre nach der Eingemeindung - das geschah nicht aus Überzeugung, sondern auf Anordnung der Nationalsozialisten - hat sich Nordshausen seinen dörflichen Charakter bewahrt.

Wer neu nach Nordshausen kommt, findet am besten über die zahlreichen Vereine Anschluss. Jeder zweite Bewohner des Stadtteils ist Vereinsmitglied. Unter dem Dach des Kulturvereins finden gibt es zahlreiche Angebote, die das Zusammengehörigkeitgefühl stärken.

So idyllisch das Leben rund um die seit Jahrhunderten prägende Klosterkirche auch sein kann: Nordshausen muss weiter auf Zuwachs setzen. Am besten junge Familien, die mit dazu beitragen, dass der Kindergarten und die Grundschule genügend Nachwuchs bekommen.

Deshalb war die Debatte um eine Erweiterung in Richtung Dönche auch besonders intensiv. Es gab große Bedenken, dass die Bebauung zu nah an das Naturschutzgebiet rücken könnte. Für die Stadt wäre diese große Lösung durch den Verkauf von Baugrundstücken lukrativ gewesen. Am Ende kam ein Kompromiss heraus: Eine moderate Erweiterung, die Rücksicht auf das Naturschutz- und Naherholungsgebiet Dönche nimmt.

Mindestens genauso wichtig wie das Neubaugebiet ist aber die Entwicklung im Ortskern. An der Korbacher Straße stehen heute schon mehrere Häuser leer. Die ehemaligen Bewohner sind in die Jahre gekommen. Die Häuser müssten umgebaut werden, damit sie barrierefrei zu nutzen sind. Der Einsatz könnte sich lohnen, denn hinter den teilweise grauen Fassaden schlummert Fachwerk. Nordshausen könnte sich herausputzen und gleichzeitig etwas dafür tun, dass ältere Menschen lange selbstbestimmt im Ortskern wohnen können. Für eine Großstadt ist das auf den ersten Blick ungewöhnlich. Für einen Stadtteil, in dem man beim Gang zur Apotheke, zum Bäcker, zur Postfiliale, zum Bioladen oder zum Blumengeschäft immer noch „ins Dorf“ geht, ist es das nicht.

Kunstrasenplatz

Der Durchgangsverkehr auf der Korbacher Straße und der durch einen Erdwall abgemilderte Autobahnlärm gehören zu den Dauerthemen im Stadtteil. Die vielen sportbegeisterten Menschen im Stadtteil freuen sich darüber, dass der neue Kunstrasenplatz pünktlich zur Festwoche fertig geworden ist. Vom großen Grillplatz bis zum gut ausgestalteten Sportgelände hat Nordshausen einiges zu bieten.

Von Thomas Siemon

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