Warum wächst da nichts?

Erdwall an der A44 bei Nordshausen soll noch begrünt werden

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Unten grün, oben kahl: So sieht der Erdwall an der A44 bei Nordshausen derzeit noch aus.

Rundherum ist alles grün, doch auf dem Erdwall an der Autbahn bei Nordshausen wächst nichts. Woran liegt das?

Irgendwie sieht der Erdwall an der Autobahn 44 bei Nordshausen seltsam aus. Im unteren Bereich und rundherum ist alles grün bewachsen, ab der halben Höhe ist der Hügel völlig kahl und erinnert an die hellen Berge mit Abraum aus dem Kalirevier bei Heringen.

Anwohnerin Johanna Itter kommt beim Spazierengehen in Nordshausen häufiger an dem 25 Meter hohen Hügel vorbei und wundert sich regelmäßig. „Warum wächst da nichts, was ist das nur für ein Material“, fragt sie. Schließlich gebe es für den Erdwall schon seit Jahren einen Baustopp. Da müsse doch eigentlich langsam mal etwas wachsen.

Standsicherheit ist gewährleistet

Wird es auch, aber das dauert noch. Das ist das Ergebnis einer Nachfrage bei der Stadt Kassel. „Der Erdwall soll noch begrünt werden“, sagt Stadtbaurat und Umweltdezernent Christof Nolda (Grüne). Eine entsprechende Baugenehmigung habe man in Absprache mit der für den Erdwall zuständigen Arbeitsgemeinschaft beantragt.

Nach einigen Problemen mit der Standsicherheit sei mittlerweile per Gutachten bestätigt, dass sich der Erdwall nicht mehr bewegt. Sobald die Genehmigung vorliegt, soll eine Humusschicht aufgebracht werden. Das sei die Voraussetzung, dafür dass der Hügel auch weiter oben grün wird. Bisher sei dort mineralisches Material von Baustellen aufgeschichtet worden, alles kontrolliert und genehmigt.

Der bislang noch kahle Erdwall bekommt also noch eine grüne Haube. In den vergangenen Jahren sorgte er immer wieder für Schlagzeilen, weil sich die Erdmassen bewegt haben. Geplant war das so nicht, und eine Erklärung gab es zunächst auch nicht.

Jetzt haben Fachleute festgestellt, dass sich der Untergrund des Erdwalls bewegt hat. Durch den Druck von oben gab es Setzungen. Die Folge war ein Baustopp. Mittlerweile steht der Erdwall nach Angaben von Baudezernent Nolda stabil.

Seit 2007 wurden auf dem Gelände an der Autobahn über 700.000 Kubikmeter Material von Baustellen aus Kassel und Umgebung verbaut. Bauherrin war und ist die Stadt Kassel, die mit den Unternehmen Baureka Baustoff Recycling, Eurovia Teerbau sowie Schnittger Erdbau und Transporte zusammen arbeitet. Der Wall soll den Verkehrslärm für die Anwohner von Nordshausen und dem Brasselsberg verringern.

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