Material kam nach starken Regenfällen in Bewegung

Erdwall wurde zu Wanderdüne: Baustopp an der A44

Abgerutscht: Unter dem Arm des Baggers ist der Gipfel des Erdwalls zu sehen. Durch den großen Druck und starke Regenfälle ist Boden nach unten abgerutscht. Der wurde gestern entfernt. Fotos:  Siemon

Nordshausen. Jeder Meter, den der Erdwall an der Autobahn 44 wächst, ist eine Erleichterung für die Anwohner in Nordshausen und am Brasselsberg. Sie bekommen von Jahr zu Jahr weniger Lärm mit. Jetzt hat sich der Erdwall aber in die falsche Richtung bewegt.

Spaziergänger, die auf dem benachbarten Feld unterwegs waren, hatten es früh bemerkt und die HNA informiert.

Auf Nachfrage bestätigte die Stadt Kassel jetzt, dass der große Hang gesichert werden muss. Nach den zum Teil sehr starken Regenfällen im Juli seien Erdbewegungen an dem Wall sichtbar geworden, sagt Stadtspreche Ingo Happel-Emrich. Da sich der Erdrutschbereich in den vergangenen Tagen weiter ausgedehnt hat, habe die Stadt einen Baustopp auf dem Wall und die weiträumige Sicherung des Geländes gegen unbefugtes Betreten verfügt.

Gutachter eingeschaltet

Blick von der Baunataler Seite: Der Erdwall an derA 44 türmt sich bereits mächtig auf. Er soll noch größer werden.

Bereits im Herbst 2013 war an dem Erdwall Richtung Nordshausen und Brasselsberg der Boden abgerutscht. Daraufhin hat ein Gutachter das Gelände untersucht. Verantwortlich für den Wall ist eine Arbeitsgemeinschaft, die aus den Firmen Eurovia Teerbau, Baureka Baustoff Recycling und H. Schnittger Erdbau und Transporte besteht. Die Erdbewegungen sind nach Einschätzung des Bodengutachters in erster Linie auf eindringendes Wasser zurückzuführen. Deshalb sei die Beseitigung von überschüssiger Flüssigkeit notwendig.

Drainage verlegt

Die in dem Sicherungskonzept empfohlenen Drainagen sind nach Angaben der Stadt mittlerweile verlegt worden und sollen eindringendes Wasser abführen. Dass jetzt wieder Boden abgerutscht ist, überrascht die Fachleute nicht. Bereits in dem Bodengutachten aus dem vergangenen Jahr wurde dies als Möglichkeit beschrieben. Aufgrund der großen Bodenmassen sei mit einem Nachrutschen zu rechnen. Die starken Regenfälle waren dafür der Auslöser.

Mittlerweile wird die abgerutschte Erde entfernt, der Hang soll weiter stabilisiert werden. An der mittelfristigen Planung für den Erdwall ändert sich erst einmal nichts. Der soll auf einer Länge von 700 Metern aufgeschüttet und 20 Meter hoch werden. Frühere Schätzungen gingen von insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Erde und Bauschutt aus. Angesichts der vielen großen Baustellen in Kassel von der Friedrich-Ebert-Straße über den Altmarkt bis zum ehemaligen Grundstück des Stadtbades Mitte ist für reichlich Nachschub beim Baustoffrecycling und auf dem Erdwall gesorgt.

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