Grüne wollen Pläne für 100 neue Wohnungen am Döncherand verhindern

Widerstand gegen Neubaugebiet in Nordshausen

Soll bebaut werden: Diese Grünfläche liegt zwar am Ortsrand des Brasselsberg, sie gehört aber zum allergrößten Teil zum Stadtteil Nordshausen. 
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Soll bebaut werden: Diese Grünfläche liegt zwar am Ortsrand des Brasselsberg, sie gehört aber zum allergrößten Teil zum Stadtteil Nordshausen. 

Die Grünen in Nordshausen sprechen sich gegen die Pläne für ein Neubaugebiet an der Hohefeldstraße zwischen Nordshausen und Brasselsberg aus. Mit dem geplanten Neubau von bis zu 100 Wohnungen (HNA berichtete) werde eine wichtige Grünzone und Frischluftschneise am Rand der Dönche zerstört.

Kassel - Das Naturschutz- und FFH-Gebiet, das zu Deutschlands größten innerstädtischen Grünanlagen zählt, werde schon seit vielen Jahren von Investorenfantasien bedroht, so die Kritiker.

Karl-Heinz Großkurth, grünes Mitglied und stellvertretender Ortsvorsteher von Nordshausen, fühlt sich durch die jüngsten Kommunalwahlen bestätigt. „Die Leute haben uns in großer Zahl gewählt. Und das hatte auch seinen Grund. Die Leute wollen diese wilde Bauerei nicht mehr“, sagt Großkurth. Seit 40 Jahren engagiere er sich für grüne Politik und zu oft habe es vollmundige Versprechen für Klima- und Naturschutz gegeben. Daran glaube er aber längst nicht mehr. Es müsse etwas getan werden.

Gegen die Baupläne: Karl-Heinz Großkurth (von links), Holger Böhmecke und Jürgen Linke.

„Wir werden im Ortsbeirat gegen das Projekt stimmen“, sagt Großkurth. Wohlwissend, dass die Mehrheit des Gremiums, das ohnehin nur eine beratende Funktion habe, dies vermutlich nicht tun werde. Dennoch sei es wichtig, Position zu beziehen. Sonst sei der Höhenflug der Grünen schneller beendet, als es seinen Parteigenossen lieb sei. Auch juristische Schritte schließt er nicht aus.

Jürgen Linke, ebenfalls grünes Mitglied des Ortsbeirates, erinnert an das Ziel der Stadt, bis 2030 klimaneutral werden zu wollen. Angesichts der fortschreitenden Versieglung von Kasseler Grünflächen könne dies wohl kaum gelingen.

In der Vergangenheit sei es durch den Einsatz der Bürgerinitiative gelungen, die Dönche so weit wie möglich als Grünfläche zu erhalten. So seien etwa die Pläne der Stadt für eine Bebauung des nördlichen Ortsrandes weitestgehend „eingedampft“ worden. Der Slogan lautete damals: „Wer die Dönche quält, wird nicht wiedergewählt.“

Die Grünen aus Nordshausen sehen zwar durchaus einen Bedarf an Wohnraum, aber der vor allem benötigte günstige Wohnraum sei in der Nähe zum Brasselsberg kaum zu realisieren. Auch wenn die Stadt einen Anteil von ungefähr 25 Sozialwohnungen an der Hohefeldstraße fordere, seien diese Wohnungen nur zeitlich befristet an die niedrigeren Mieten gebunden.

So soll es aussehen: Das Neubaugebiet.

Um ihr Ziel zu erreichen, wollen Großkurth und seine Mitstreiter auch in ihrer Partei für Rückhalt werben. Parteigenosse und Stadtbaurat Christof Nolda sei „halt ein Architekt“. Der wolle bauen. Möglicherweise könne er aber sensibilisiert werden für die Sorgen der Dönche-Anrainer.

Wie die HNA berichtete, gibt es für das 22 000 Quadratmeter große Areal keine grundsätzlichen naturschutzrechtlichen Bedenken bei der Stadt. Es gibt aber die Vorgabe, dass ein Teil als Grünfläche erhalten werden muss. Die Investoren Norbert Itter und Frank Dittmar wollen ökologische und verkehrliche Aspekte berücksichtigen. (Bastian Ludwig)

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