Kasseler Studenten machen Ausflüge mit Grundschülern, die ausländische Wurzeln haben

Mit Nordstadt-Kindern Kultur erleben

Friederike Heinzel

Kassel. Einen Zirkus besuchen oder eine Burg besichtigen, in ein Theater oder Museum gehen – das ist für viele Kinder nicht selbstverständlich.

Die heutige Gymnasiallehrerin Dilara Aydin hat während ihrer Studienzeit mit ihrer Schwester Dilruba daher das Projekt „Kultur-Kids Nordstadt“ entwickelt. Die Idee war, Grundschulkindern mit ausländischen Wurzeln kulturelle Themen in Kassel und der Region näherzubringen. Im Kindesalter wurden die türkischen Geschwister selbst von einer älteren Dame an kulturelle Aktivitäten herangeführt.

Seit 2008 wird das Projekt in Kooperation mit der Carl-Anton-Henschel-Schule an der Uni Kassel als Seminar für Lehramtsstudenten angeboten. Lehramtsstudierende sowie Studenten der sozialen Arbeit übernehmen für jeweils ein Jahr die Patenschaft für ein Kind der dritten oder vierten Klasse. Einmal in der Woche verbringen sie mit ihrem Patenkind einen Nachmittag, um ins Kino, Theater oder Museum zu gehen. Auch Ausflüge in die Natur werden unternommen, wie zuletzt der in den Tierpark Sababurg.

„Für alle Kulturkids war es die erste Begegnung mit dem Tierpark“, sagt Projektkoordinatorin Martina Nieswandt. Es gehe darum, Kindern den Zugang zu kulturellen Themen zu ermöglichen, um durch die Erlebnisse auch deren Wortschatz zu erweitern, ergänzt Friederike Heinzel, Professorin am Institut für Erziehungswissenschaft. Nur wer eine Burg besucht hat, der weiß, wie eine Burg aussieht und kann sich in der Schule darüber unterhalten.

Für den Berufsweg der Studierenden seien die Begegnungen mit Menschen anderer Kulturen wichtig, um im Beruf mit einem multikulturellen Schülerumfeld umgehen zu können. „Ich habe mit meinem Patenkind letzten Winter den Weihnachtsbaum geschmückt“, sagt Katharina Stracke, Studentin im Seminar. Das Projekt fördere den interkulturellen Austausch und könne dazu beitragen, Barrieren abzubauen, sagt sie.

Die zehn Studenten besuchen begleitend ein Seminar zum Thema „Migration und Bildung“, in dem sie sich mit Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund beschäftigen. Das Projekt wird durch Supervision ergänzt, bei der sich die Studenten über ihre Erfahrungen mit den Kindern austauschen und den eigenen Umgang reflektieren können.

Finanziell unterstützt wird „Kultur-Kids Nordstadt“ durch den Förderverein der Carl-Anton-Henschel-Schule und ist somit auf Spenden angewiesen. Für den nächsten Durchgang werden wieder Studenten ab dem fünften Semester gesucht, die für ein Jahr eine Patenschaft übernehmen.

Anmeldung für das Wintersemester 2013/ 2014 bis Sommersemester 2014: E-Mail an m.nieswandt@uni-kassel.de, www.kulturkidsnordstadt. wordpress.com

Von Miriam Linke

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