Nicht genehmigter Müllplatz sorgt für Ärger

Kassel. Auf einem privaten Gelände direkt an der Ecke Holländische Straße/Westring sorgt eine Müllkippe seit Monaten für Ärger. In erster Linie Baumaterialien und Schutt lagern dort, zum Teil in blauen Säcken in Container verpackt.

Eine Baufirma hatte das Gelände gepachtet. Eine Genehmigung für eine bauliche Nutzung lag nicht vor.

Jetzt will die Bauaufsicht der Stadt Kassel Nägel mit Köpfen machen: Sofern bis Dienstag, 1. Februar, das Areal nicht geräumt ist, will sie parallel gegenüber Eigentümer und der Baufirma als Pächter eine Verfügung zur Beseitigung erlassen, den Sofortvollzug anordnen und Zwangsgelder in Verbindung mit Zwangshaft androhen, sagt Petra Bohnenkamp, Pressesprecherin der Stadt Kassel.

Räumung bis Ende Januar

Bereits im Dezember 2010 hatte der Geschäftsführer des Unternehmens wegen der winterlichen Witterungsverhältnisse zugesichert, das Grundstück bis Ende Januar 2011 zu räumen. Bei einer Ortsbesichtigung im November war festgestellt worden, dass es sich bei dem Privatgrundstück um einen nicht genehmigten Bauhof handelt, berichtet Bohnenkamp.

Auf Betreiben der Bauaufsicht war das Grundstück bereits im September 2010 einmal geräumt worden. Monatelang sorgte der Müll auf dem privaten Gelände, das so groß wie ein halber Fußballplatz ist, für Beschwerden beim Ortsbeirat. „Das ist ein Schandfleck“, sagt Ortsvorsteherin Monika Sprafke. Die Mülldeponie mitten in der Stadt sorge für ein negatives Image, das dem Stadtteil Nord-Holland sowieso anhafte.

Das Ordnungsamt hatte auf dem Gelände in der Vergangenheit auch Lebensmittelreste beseitigt sowie gelbe Säcke, die auf einer nahe gelegenen Baumscheibe im öffentlichen Bereich abgelegt worden waren. Damals musste die Stadt schnell handeln, weil Infektionsgefahr durch Rattenbefall bestand.

Die städtische Bauaufsicht wird jetzt handeln. Aber die Frage, wer für das Gelände zuständig ist, ist lange nicht geklärt: Der schwarze Peter zwischen Stadt und Regierungspräsidium mit seinem Abfalldezernat wird hin und her geschoben und konnte bis Redaktionsschluss nicht aufgeklärt werden. Offenbar geht es bei der Frage darum, welche Behörde zum Schluss bezahlen soll. Denn der Bauunternehmer hat angegeben, dass er insolvent sei und das Grundstück zwangsversteigert werde, berichtet Petra Bohnenkamp. „In einem solchen Fall würde weder ein Zwangsgeld greifen, noch kann sich die Stadt das Geld wieder zurückholen.“ Die Kosten für die Beseitigung des Mülls schätzt die Stadt auf 10 000 Euro.

Anwohner hatten in der jüngsten Ortsbeiratssitzung bemängelt, dass der wilde Müll im gesamten Stadtteil zunimmt. Eine Zunahme können die Stadtreiniger aber nicht bestätigen. „Wir bemühen uns in diesem Stadtteil verstärkt um Sauberkeit“, sagt Pressesprecherin Birgit Knebel auf Anfrage der HNA.

Rubriklistenbild: © Malmus

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.