Rohrbruch im Kindergarten Kunterbunt: Eine turbulente Woche mit Familie Röker

Normal ist die Ausnahme

Jeden Tag passierte etwas anderes: Jens und Eva Röker (beide 41) mit ihren Kindern (von links) Philip (5), Annika (bald 2) und Karoline (9). Foto: Lohr

Wehlheiden. Am vorigen Sonntagabend bekamen Eva und Jens Röker kurz nach zehn eine Nachricht, die ihre Familie noch heute beschäftigt. Eine Freundin rief an, die von einem Wasserrohrbruch im Wehlheider Kindergarten Kunterbunt berichtete, wo Rökers Sohn Philip (5) untergebracht ist.

Die gesamte Woche gab es in der Einrichtung, die von einem Elternverein getragen wird, nur eine Notbetreuung. Drei Lecks, die am Sonntag zufällig von Putzfrauen entdeckt worden waren, hatten zwei Gruppenräume in der Schellingstraße unbenutzbar gemacht.

Wie groß der Schaden ist, kann die Kindergartenleitung noch nicht abschätzen. Nicht nur für die Erzieherinnen, sondern auch für die meisten Eltern war es eine turbulente Woche, wie das Protokoll von Familie Röker zeigt, zu der neben Philip auch Karoline (9) und die bald zweijährige Anika gehören.

Montag: Ist noch fast alles in Ordnung. Eva und Jens arbeiten als Lehrer und sind wegen eines beweglichen Ferientags zuhause, wo sie sich um Philip kümmern. Der ist indes ein bisschen traurig: Die Kuscheltierparty in seiner Glühwürmchengruppe fällt nun aus.

Dienstag: Philips Oma ist als Ersatzbetreuung eingeplant, aber in ihrem Haus in Felsberg gab es ebenfalls einen Wasserrohrbruch. Sie muss auf die Handwerker warten. Letzte Rettung ist Annikas Krabbelgruppe: Philipp darf seine kleine Schwester ausnahmsweise in die Rappelkiste begleiten.

Mittwoch: Ist die Betreuungsnot am größten. Darum besucht Philip eine der beiden Notgruppen im Kindergarten. Hier werden 45 statt der sonst mehr als 80 Mädchen und Jungen betreut.

Donnerstag: Philip wird vorzeitig zum Schulkind. Eva nimmt ihn mit in die Waldauer Grundschule, wo sie Zweitklässlern Deutschunterricht gibt. Nicht nur das findet Philip toll - denn das Essen in der Schulmensa ist lecker.

Freitag: Eine Freundin, die so etwas wie die dritte Oma der Familie ist, kümmert sich um Philip.

Ab Montag soll die Kunterbunt-Betreuung wieder etwas normaler laufen. Dann kann auch Familie Röker durchatmen. Doch Mutter Eva weiß, dass es „jederzeit passieren kann, dass man morgens aufwacht und ein Kind 40 Grad Fieber hat“. Der Normalzustand, das zeigt die Woche im Kindergarten Kunterbunt, ist für Eltern die Ausnahme.

Von Matthias Lohr

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