Zollamt kontrollierte Sicherheitsdienst

Pokalspiel im Auestadion: In der Nordkurve waren die Notausgänge versperrt

Ausverkauft: Über 5000 Fans feuerten den KSV Hessen Kassel am Sonntagabend aus der Nordkurve an. In den Blöcken standen die Zuschauer auch in den Notausgängen, die eigentlich frei gehalten werden sollen. Foto:  Hedler

18.500 Menschen verfolgten das DFB-Pokalspiel zwischen dem KSV Hessen und Hannover 96. Über 5000 hatten Karten für die Nordkurve und mussten von den Stehplätzen beobachten, wie ihre Mannschaft die Partie unglücklich verlor.

Ein sehr enges Unterfangen, zum Teil mussten die Zuschauer lange warten, um vom Getränkestand oder der Toilette zu ihren Stehplätzen zurückzukehren. Die Fluchtwege in den Blöcken, die eigentlich frei gehalten werden müssen, waren voll mit Zuschauern. „Das ist ein Problem, das wir erkannt und an den Sicherheitsdienst und den Sicherheitsbeauftragten des KSV weitergegeben haben, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Die Polizei ist nur für die Sicherheit außerhalb des Stadions zuständig.

Es sei richtig, dass die Fluchtwege eigentlich frei gehalten werden müssten, sagt Dirk Wiegand, Sicherheitsbeauftragter des KSV. Ein „klassisches Fehlverhalten“ der Zuschauer habe allerdings dazu geführt, dass dies nicht möglich gewesen sei. Während im unteren Bereich der Nordkurve noch ausreichend viel Platz gewesen wäre, hätten sich die Menschen oben auf den Stehplätzen gedrängelt. „Das Entscheidende ist aber, dass die Nordkurve nicht überfüllt war“, sagt Wiegand.

Einige Besucher der Nordkurve saßen bis kurz vor Anpfiff noch auf den Stehplätzen und verhinderten dadurch, dass weitere Zuschauer aufrücken konnten.

Auch nach Angaben von Ernesto Plantera, Chef des Sicherheitsdienstes Protex, war die Nordkurve „definitiv nicht überfüllt“. Er habe Aufnahmen von den Blöcken gemacht, wo zu sehen ist, dass unten noch ausreichend Platz gewesen sei. Allerdings liege es offenbar in der Psyche des Menschen, sich einen Platz zu suchen, der in der Nähe von Bier- und Bratwurstständen liegt. Da würden die Zuschauer auch in Kauf nehmen, die Fluchtwege zu versperren.

Zoll überprüfte Sicherheitsfirma

Insgesamt sei das Sicherheitsunternhmen mit 100 Mitarbeitern am Sonntagabend im Einsatz gewesen, sagt Plantera. Rund 80 der Protex-Beschäftigten sowie zwei Mitarbeiter des Caterers wurden während des Spiels vom Zoll überprüft.

Nach Angaben von Michael Bender, Sprecher des Hauptzollamts Gießen, hat es sich um einen verdachtsunabhängigen Einsatz der Finanzkontrolle Schwarzarbeit gehandelt. Man habe nur wenige Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens direkt befragt, das Gros habe einen Fragebogen bekommen. Diesen sollen die Beschäftigten zurück an den Zoll schicken. Auf den ersten Blick scheine aber alles in Ordnung zu sein, sagt Bender.

Einzelne Journalisten hatten sich auf der Haupttribüne über den Einsatz des Zolls aufgeregt. Bender weist diese Kritik zurück. „Gesetze werden gemacht, um sie einzuhalten. Unsere Mitarbeiter haben nur ihre Arbeit gemacht.“

Laut Protex-Chef Plantera wurden seine Mitarbeiter durch den Zolleinsatz nicht bei ihrer Arbeit beeinträchtigt. Er habe schon viele Kontrollen dieser Art erlebt. Aber noch nie seien die Zollbeamten so nett, freundlich und entgegenkommend wie am Sonntagabend beim Pokalspiel gewesen.

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