Patient aus Guxhagen litt nachts unter starker Nachblutung - Hilfe fand er im Rot-Kreuz-Krankenhaus

Zahnschmerzen: Notdienst nachts verzweifelt gesucht

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Zahnärztliche Behandlung: Manchmal braucht man auch den zahnmedizinischen Notdienst. 

Kassel/Guxhagen. Markus Pächer aus Guxhagen hat eine schlimme Nacht hinter sich. Nachdem ihm am Dienstag sein Zahnarzt einen Backenzahn gezogen hatte, begann in der Nacht zu Mittwoch die Wunde stark zu bluten. Er brauchte dringend die Hilfe eines Zahnarztes. Doch diese nachts zu bekommen, erwies sich als äußerst schwierig. Kein Einzelfall.

Am Ende fand er sie im Kasseler Rot-Kreuz-Krankenhaus, wo er auch den Rest der Nacht verbrachte. Er erlebte eine Odyssee, die nicht nur im Schwalm-Eder-Kreis, sondern auch im Landkreis Kassel mitunter vorkommt.

Keine Bandansage

Doch der Reihe nach: Es war etwa gegen Mitternacht, als die frische Wunde, die beim Ziehen eines Backenzahnes entstand, wieder aufbrach und - wie bereits nach dem Eingriff - stark blutete. Als die Blutung auch mithilfe der vom Zahnarzt mitgegebenen Tamponaden nicht zu stillen war, rief der 39-Jährige die Praxisnummer des behandelnden Zahnarztes an. In der Hoffnung, durch die Ansage des Anrufbeantwortes zu erfahren, wohin er sich wenden kann. Fehlanzeige: Sein Ruf ging ins Leere, eine Bandansage gab es nicht.

Also wählte er die Telefonnummer des zahnärztlichen Notdienstes. „Für den von Ihnen ausgewählten Bereich gibt es keinen zahnärztlichen Notdienst. Bitte wenden Sie sich an Ihren Hauszahnarzt“, lautet die Bandansage der für Guxhagener wählbaren Bereiche Kassel-Ost und Schwalm-Fulda.

Markus Pächer versuchte es nun telefonisch beim ärztlichen Bereitschaftsdienst in Kassel, der indes zahnärztlich nicht weiterhelfen kann. Der Anruf galt dem Klinikum Kassel. Dort jedoch gibt es gar keine Zahnklinik und somit auch keinen zahnärztlichen Notdienst. Doch die Mitarbeiterin der Zentralen Notaufnahme gab die hilfreiche Empfehlung, sich am besten an das Rot-Kreuz-Krankenhaus zu wenden. Denn dieses verfügt über eine Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Innerhalb weniger Minuten wurde der Patient nach seiner Ankunft gegen 1 Uhr hier verarztet. Die Wunde wurde von einem Arzt genäht, der inzwischen geschwächte und unter Übelkeit leidende Patient wurde zur Beobachtung über Nacht dabehalten.

Markus Pächer ist empört darüber, dass es so schwer war, in einem solchen Notfall Hilfe zu finden. Zumal sich in zahlreichen Gesprächen und auch bei der Recherche unserer Zeitung zeigte, dass solche Fälle bereits öfter vorgekommen sind. So gibt es offenbar immer mal wieder Probleme mit der Organisation des zahnärztlichen Notdienstes im ländlichen Gebiet unserer Region. Denn anders als in der Stadt Kassel gibt es hier keinen festen Notdienst durch einen eigens eingeteilten Zahnarzt.

Von Martina Heise-Thonicke

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