Der Ludwig-Noll-Verein hat eine neue, betreute Wohnanlage in Betrieb genommen

Im Notfall ist ein Helfer da

Neue Wohnanlage für psychisch Kranke: Das Haus Am Sälzerhof 13 in Bettenhausen wurde vom Ludwig-Noll-Verein um eine Etage aufgestockt. Im Bild (von links) Inna Kraß, Armin Bischoff, Gudrun Höhle-Knöppel, Stefanie Ulrich-Manns, Bewohner Mario-Johey Perez und Karla Schopmans. Foto: Malmus

Kassel. Der Ludwig-Noll-Verein hat im Haus Am Sälzerhof 13 in Bettenhausen für 1,1 Millionen Euro eine neue Wohnanlage für chronisch psychisch kranke Menschen eingerichtet. In den zwölf Apartments wird eine intensive Form des betreuten Wohnens angeboten. Die besondere Unterstützung soll Menschen helfen, die zunächst einen geschützten Bereich brauchen, um ihren Alltag wieder eigenständiger bewältigen zu können.

Mario-Johey Perez war der erste Bewohner der neuen Apartments im aufgestockten ersten Geschoss des Hauses, das im Erdgeschoss bereits seit zwölf Jahren ein Wohnheim für zwölf psychisch Kranke bietet. Der junge Mann ist jetzt von unten nach oben gezogen. „Man ist freier, ich fühle mich wohler“, sagt er. In seinem Apartment hat er nun mehr Eigenverantwortung, muss selbst für sein Essen sorgen, seine Miete pünktlich bezahlen, verlässlich seiner Arbeit nachgehen. Aber er hat in Notfällen immer einen Ansprechpartner im Haus. Auf den nächsten Schritt freut er sich schon: Eine eigene Wohnung, in der er ganz ohne Betreuung selbstständig leben kann. Darauf werden die Bewohner im ersten Stock von einem fünfköpfigen Mitarbeiterteam vorbereitet.

Die Nachfrage nach dem „Betreuten Wohnen plus“ ist groß. Im Oktober werden bereits elf Bewohner eingezogen sein. Die Apartments wurden als Energiesparhaus mit einem Darlehen der KfW-Bank errichtet, die Aktion Mensch und die Sparkassenstiftung sorgten für finanzielle Unterstützung, berichtet Armin Bischoff, Geschäftsführer des Vereins.

Mit dem neuen Angebot stelle sich der Verein der Herausforderung, ambulante und stationäre Hilfeformen für psychisch Kranke unter einem Dach zu vereinen, sagt Stefanie Ulrich-Manns, Psychologin und neue fachliche Leiterin des Psychosozialen Zentrums. Sie ist Nachfolgerin von Ulrich Wichmann-Jentzen. Der längjährige fachliche Leiter hatte sich im Februar dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet.

Von Jörg Steinbach

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