Stillstand bei den Straßenbahnen, weniger Busse

Notfallfahrplan: Das sagen Betroffene zum Ausfall von Bussen und Bahnen

Auch sie fallen heute zwischen 9.30 und mindestens 15 Uhr aus: die Straßenbahnen in der Königsstraße, hier die Haltestelle am Königsplatz. Ersatzweise sollen wegen der Betriebsversammlung auf einige Strecken Busse eingesetzt werden. Archivfoto: Malmus

Kassel. Die Ankündigung der KVG hat alle überrascht: Knapp sechs Stunden sollen am Montag in der Kassel keine Straßenbahnen und weniger Busse fahren. Was sagen Eltern, die Universität und Kaufleute dazu?

Zwischen 9.30 und mindestens 15 Uhr gilt lediglich ein Notfahrplan.

Auf einigen Streckenabschnitten werden Busse die Straßenbahnen ersetzen, zusätzliche Regiotrams pendeln durch das Stadtgebiet. Mehr ÖPNV wird es in diesem Zeitraum an diesem Montag nicht geben. Die Mitarbeiter der KVG nehmen an einer Betriebsversammlung teil und fahren deshalb nicht.

Von den Ausfällen bei Bus und Bahn sind tausende Menschen betroffen. Die Reaktionen fallen auf HNA-Anfrage unterschiedlich aus. Einerseits wird Verständnis für die KVG-Mitarbeiter geäußert, andererseits die Einstellung des Betriebs kritisiert.

Schüler und Eltern

„Das ist ein Unding“, sagt Jürgen Böhme, der Vorsitzende des Kasseler Stadtelternbeirats. Kritisch sieht er vor allem die Informationspolitik der KVG. Die Schüler und Eltern hätten von den Ausfällen bei Bus und Bahn erst am Donnerstag erfahren. So sei Eltern wenig Zeit geblieben, für den Montag Alternativen für ihre Kinder zu organisieren.

Kaufleute

Verständnis für die Einschränkung des Bahn- und Busangebots wegen der Betriebsversammlung zeigt hingegen Alexander Wild. Der neue Vorsitzende der Kasseler City-Kaufleute hält es grundsätzlich für richtig, dass alle KVG-Mitarbeiter an derart wichtigen Versammlungen teilnehmen könnten. Mit dem Termin und dem Notfahrplan zeige die KVG Weitsicht. Froh sei er, dass der ÖPNV-Ausfall vor dem Weihnachtsgeschäft geplant sei. Wild: „Es gibt Alternativen. Das muss einen Tag lang mal gehen.“

Studenten und Mitarbeiter

„Die Universität befindet sich im normalen Semesterbetrieb, insofern sind wir von dem Ausfall wie alle anderen Institutionen und Unternehmen betroffen“, sagt Sebastian Mense, der Pressesprecher der Universität Kassel. Studierende und Mitarbeiter der Uni würden bereits seit Donnerstag über den Ausfall von Bus und Bahn am Montag informiert. Mense: „Wir hoffen dadurch die Auswirkungen zu minimieren.“

Darum geht es in der Versammlung

Grund für die Vollversammlung des Konzerns Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) gibt der sogenannte Zukunftssicherungspakt. Unternehmensleitung und Gewerkschaft Verdi haben darin vorgesehen, dass die Kosten jährlich um 27 Millionen Euro gesenkt und 350 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Zur Betriebsversammlung wurden alle 1900 KVV-Beschäftigten eingeladen. Dazu gehören auch die 860 Mitarbeiter der KVG.

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