Geändertes Patientenverhalten

Notruf bei verstauchtem Knöchel - Immer mehr Einsätze für Rettungskräfte

Im Notfall gefragt: die Feuerwehr Kassel. Unser Foto zeigt den Einsatz in diesem Jahr am Katzensprung, als der Motorraum eines Fahrzeuges in Flammen stand. Archivfoto: Fischer

Kassel. Nach Einschätzung des Hessischen Sozialministeriums hängt die Zunahme der Einsätze im Rettungsdienst mit dem demografischen Wandel zusammen.

Durch die größere Zahl und den größeren Anteil älterer Menschen häufen sich zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen, die sich auf Atmung und zentrales Nervensystem auswirken. Dadurch entstünden ständig mehr Einsätze für den Rettungsdienst, die oft auch deutlich länger dauerten.

Ärztliche Bereitschaft

Eine Rolle spielt nach Ansicht der Rettungsdienste auch die Änderung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Außerhalb der Praxis-Sprechzeit – etwa am Wochenende – werden nicht selten Menschen auch mit Rückenschmerzen, Durchfall oder Erbrechen vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. „Die Gründe für die gestiegenen Zahlen werden nicht erfasst. Eine Einschätzung ist daher schwierig“, sagt dazu Sascha Stiebing, Sprecher der Stadt Kassel. Es sei zu vermuten, dass Betroffene eher den Krankenwagen alarmieren, wenn der Arzt nicht oder nicht schnell genug erreichbar sei. Stiebing: „Beobachtungen der Rettungsdienste zeigen, dass beispielsweise bei einem verstauchten Knöchel heute die Notfallnummer 112 gewählt wird, während man sich früher mit dem Auto ins Krankenhaus fahren ließ.“

Notfallversorgung

Die Einsatzzahlen im Rettungsdienst steigen nach Angaben der Stadt und nach Rücksprache mit der Feuerwehr stetig. So hat sich die Notfallversorgung in Stadt und Kreis Kassel in den vergangenen Jahren folgender Maßen entwickelt:

• 2011: 41.848 Notfallversorgungen

• 2012: 43.747

• 2013: 46.485

• 2014: 48.060

• 2015: 52.172.

Krankentransporte

Der Anstieg der Krankentransporte macht dem gemeinsam organisierten Rettungsdienst in Stadt und Kreis Kassel zu schaffen. Die Entwicklung in den vergangenen Jahren zeigt nach oben:

2011: 27.036 Krankentransporte

2012: 27.820

2013: 29.026

2014: 29.251

• 2015: 30.896.

Einsatzdienst

Insgesamt wurden im Entwurf des städtischen Stellenplans 2017 (siehe Hintergrund) für die Kasseler Berufsfeuerwehr 30 neue Stellen aufgenommen. Die Hälfte davon ist im Rettungsdienst für Rettungsassistenten vorgesehen. Weitere Stellen sollen den Bedarf im Einsatzdienst (Brandschutz) und in der Leitstelle abdecken, erklärt Stiebing.

Weiterbildung

Der Notfallsanitäter ersetzt seit dem 1. Januar 2014 den Rettungsassistenten. Die Dauer der Weiterbildung zum Notfallsanitäter hängt nach Angaben der Rettungsdienst von der Berufserfahrung des jeweiligen Rettungsassistenten ab. Die meisten Weiterbildungsstunden müssen diejenigen investieren, die aus der Zeit vor dem Stichtag 1. Januar 2014 weniger als drei Jahre Praxis vorweisen können: Diese müssen sich 960 Stunden weiterbilden.

Lesen Sie dazu auch:

Kasseler Rettern fehlt das Personal

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.