Gesuchte Spender kamen ganz gezielt

Blutspende-Vorräte in Kassel sind vorerst wieder aufgefüllt

Kassel / Ronshausen. Zufrieden äußerte sich Dr. Walid Sireis, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Kassel, über die große Bereitschaft der Blutspender in Nordhessen. Durch den Aufruf in unserer Zeitung sei der vorrübergehende Notstand bei der Blutgruppe 0 Rhesus negativ schnell behoben worden.

Ganz gezielt hätten sich viele Spender mit der wichtigen Blutgruppe gemeldet. Als Beleg dafür nannte er Zahlen von einem Blutspendetermin des DRK in der Gemeinde Ronshausen im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Dort sei 153 Spendern Blut entnommen worden, berichtete Sireis. 23 davon seien Spenden der Blutgruppe 0 Rhesus negativ. Umgerechnet sei das eine Quote von 17 Prozent. Normalerweise liege der Wert bei etwa sieben Prozent.

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„Außergewöhnlich gut“ nannte Dr. Sireis diese Daten. „Für so einen kleinen Ort ist das schon toll.“ Durch den Aufruf seien offenbar einige Spender geweckt worden.

Bemerkenswert gut sei auch die Zahl der Spender im DRK-Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie an der Mönchebergstraße in Kassel. Am Mittwoch und Donnerstag hatten 36 der insgesamt 74 Spender 0 Rhesus negativ, also fast die Hälfte. Bis gestern Nachmittag sei der Bestand an Konserven der Universal-Blutgruppe auf 50 aufgefüllt worden, „eigentlich mehr als nötig“, sagte Dr. Sireis.

Hoffen auf weitere Spender

Trotz der guten Resonanz dürfe man jetzt nicht nachlassen. „Natürlich hoffen wir auf weitere Spender“, sagte Dr. Sireis. Gerade ein stabiler Bestand an 0-Rhesus-negativ-Konserven sei wichtig. Diese Blutgruppe ist so wertvoll, weil sie sich mit jeder anderen Blutgruppe vertrage und universell einsetzbar sei. 0 Rhesus negativ bezeichnet Dr. Sireis als „Rettungsanker“, den erst einmal alle Patienten bekommen, deren Blutgruppe noch nicht bekannt ist.

Wenn sich Blutungen nicht schnell stoppen lassen, könnten in Extremfällen bei sehr schwer Verletzten bis zu acht Liter verbraucht werden, bis die Blutgruppe ermittelt sei. Erst dann würden Patienten mit Konserven ihrer Blutgruppe versorgt. Zum Einsatz kämen 0-Rhesus-negativ-Konserven nicht nur bei Unfallopfern, sondern auch bei Frühgeborenen und Stammzellentransplantationen. (clm)

Rubriklistenbild: © dpa

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