Fall Halit Yozgat

NSU-Morde: Nachermittlungen im Kasseler Fall gefordert

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Ismael Yozgat (Mitte), Vater des 2006 in Kassel ermordeten Halit Yozgat.

Kassel. Im Prozess um die NSU-Morde haben die Anwälte der Familie Yozgat, deren Sohn 2006 in seinem Internetcafé an der Holländischen Straße erschossen wurde, beantragt, neue Ermittlungen zur Rolle des Verfassungsschützers Andreas T. in Auftrag zu geben.

Genau geht es um die Anschlagsplanungen: Nach der Auffassung der Nebenklage könnten Markierungen auf einem Stadtplan von Kassel auf mögliche Tatorte hindeuten. Der Stadtplan wurde im Brandschutt der letzten Wohnung der mutmaßlichen Terroristen gefunden.

Die neun Markierungen lägen mit einer Ausnahme an Fahrtstrecken, die der ehemalige Verfassungsschützer Andreas T. nach eigenen Angaben regelmäßig nutzte. Der frühere Mitarbeiter des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz war in den Fokus der Ermittlungen geraten, weil er Gast im Internet-Café war, in dem die Terroristen am 6. April 2006 den 21-jährigen Betreiber Halit Yozgat ermordeten.

Andreas T. hatte sich zunächst nicht als Zeuge gemeldet, obwohl er höchstwahrscheinlich zur Tatzeit in dem Café saß. Ermittlungen gegen ihn blieben jedoch ohne Ergebnis. Er behauptete in seinen Aussagen, er habe von dem Mord - der in einem anderen Raum des Internet-Cafés stattfand - nichts mitbekommen. (dpa/abg)

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