NSU-Mord: 44-Jährige sagte am Montag im Untersuchungsausschuss aus

NSU-Prozess: Temmes Frau glaubt ihrem Mann

Wiesbaden/Kassel. Im Fall des Kasseler NSU-Mordes hat die Ehefrau des damals tatverdächtigen Verfassungsschützers ihren Mann in Schutz genommen.

Sie glaube ihm bis heute, dass er von den Schüssen im Internet-Café nichts mitbekommen habe, sagte die 44-Jährige am Montag im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags in Wiesbaden.

In Kassel war im April 2006 der deutsch-türkische Ladenbesitzer Halit Yozgat mutmaßlich von der rechtsterroristischen NSU erschossen worden. Zur Tatzeit oder kurz davor war der Verfassungsschützer Andreas Temme im Café. Er chattete dort nach eigenen Angaben privat in einem Flirt-Portal. Bei der Polizei meldete er sich erst zwei Wochen später und wurde vorübergehend festgenommen. Erst 2011 wurde bekannt, dass der Mord auf das Konto des NSU ging.

Ihr Mann habe ihr kurz nach der Tat bei einem zufälligen Gespräch darüber erzählt, dass er das Café dienstlich kenne. Nach seiner Festnahme habe er ihr gesagt, dass er dort wochenlang mit einer Frau online geflirtet habe. Die Ermittlungen seien damals für sie sehr belastend gewesen, sagte Temmes damals hochschwangere Frau. Ihr sei auch von Anfang an auch klar gewesen, dass die Polizei ihre Telefongespräche abgehört habe. (dpa)

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Rubriklistenbild: © dpa

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