Antrag abgelehnt

NSU-Prozess: Keine Akten über Andreas T.

München/Kassel. Im Münchner NSU-Prozess hat das Gericht einen Antrag mehrerer Nebenklage-Vertreter auf Beiziehung der Ermittlungsakten gegen den ehemaligen hessischen Verfassungsschützer Andreas T. abgelehnt.

Es seien keine Erkenntnisse zu erwarten, die für die Feststellung der Schuld der Angeklagten von Bedeutung sein könnten, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Mittwoch zur Begründung. „Die Aufklärungspflicht des Gerichts erfordert es nicht, die 35 Ordner beizuziehen.“

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Der Mitarbeiter des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz war unter Verdacht geraten, weil er in dem Internet-Café in Kassel saß, in dem die NSU-Terroristen am 6. April 2006 den 21-jährigen Halit Yozgat ermordeten. Er hatte sich nicht als Zeuge gemeldet, obwohl er höchstwahrscheinlich noch zur Tatzeit in dem Café war. Ermittlungen gegen ihn blieben jedoch ohne Ergebnis.

Andreas T. behauptete, er habe von dem Mord - der in einem anderen Raum des Internet-Cafés stattfand - nichts mitbekommen. Anwälte der Nebenklage hatten erst am Dienstag in einem neuen Antrag weitere Ermittlungen über eine mögliche Beteiligung T.’’s an der Ausspähung potenzieller Tatorte in Kassel beantragt. Hierüber ist noch nicht entschieden. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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