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Nur Auebad-Saunen bleiben dicht: Andere Betreiber haben Angebot wegen Energiekrise kaum eingeschränkt

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Hier wird trotz Energiekrise geschwitzt wie immer: Jela Mayer vom Balance Fitness- und Wellness-Club heizt Liam Bär in einer der drei Saunen des Clubs ordentlich ein.
Hier wird trotz Energiekrise geschwitzt wie immer: Jela Mayer vom Balance Fitness- und Wellness-Club heizt Liam Bär in einer der drei Saunen des Clubs ordentlich ein. © Andreas Fischer

Seit August ist die Saunalandschaft des Auebades geschlossen. Die Stadt hatte die Entscheidung mit der Energiekrise begründet. Inzwischen erreichen die HNA-Redaktion immer mehr Beschwerden von langjährigen Nutzern, die die Schließung beklagen. Tatsächlich gibt es keinen weiteren Saunabetreiber in der Region, der aufgrund der Energiepreisentwicklung seine Angebote so radikal eingeschränkt hat.

Kassel - Die anderen Sauna-Anbieter profitieren sogar durch einen Besucherzulauf durch ehemalige Sauna-Stammgäste des Auebades.

In Absprache mit der Stadt sei beschlossen worden, die Saunen aus Energiespargründen weiter geschlossen zu halten, so ein Sprecher des Betreibers, der Städtischen Werke. Auf die Frage nach den Einspareffekten heißt es: „Durch alle Energiesparmaßnahmen, also geringere Wassertemperaturen, niedrigere Lufttemperatur und durch die Außerbetriebnahme der Saunen, sparen wir auf das gesamte Auebad gerechnet rund 30 Prozent Strom und 35 Prozent Fernwärme ein“, so der Sprecher weiter. Die Saunen würden mit Strom betrieben, Fernwärme diene der Erwärmung der Raumluft sowie des Wassers in den Becken. „Der größte Posten ist aber die Lüftung sowie die Pumpen zur Beckenwasseraufbereitung, denn sie laufen rund um die Uhr“, so der Sprecher.

Vielen weiteren Saunabetreibern kommt die Entscheidung der Stadt Kassel zu Gute. Dazu zählt die Kurhessen Therme. „Wir merken einen positiven Zulauf. Die Schließung der Auebad-Saunen sorgte für keinen riesigen Sprung, aber es ist spürbar“, sagt Betriebsleiter Marcus Jungermann. Insbesondere in der Ferienzeit sei es voll gewesen. Die Kurhessen Therme reagiere auf die gestiegenen Energiepreise mit Umrüstung auf effiziente Technik. „Wir machen aus Energiespargründen keine Einschränkungen beim Angebot. Therme ohne Wärme geht nicht.“, sagt Jungermann. Größere Sorgen bereiten dem Betriebsleiter aktuell eher die Personalprobleme. Weil Mitarbeiter fehlten, sei zuletzt immer nur eine Bar im Saunabereich geöffnet gewesen.

Im Fitness- und Wellnessclub Balance werden ebenfalls mehr Tagesgäste gezählt. „Ich merke es schon, dass die Saunen im Auebad geschlossen sind“, sagt Geschäftsführer Jürgen Beute. Er setze auf den Wachstumsmarkt Saunen und habe deshalb seine Angebote auch nicht eingeschränkt. Allerdings habe er die Flatrate-Tarife seiner Kunden aufgrund der gestiegenen Energiepreise anpassen müssen.

Im Day Spa des Schlosshotels gibt es keine maßgeblichen Einschränkungen. Leidiglich würden die Saunazeiten der Auslastung angepasst.

Im Fitnessstudio Blu in Guxhagen, das auch über einen großen Saunabereich verfügt, ist der höhere Zulauf aus dem Raum Kassel ebenfalls spürbar. „Wir haben keine Einschränkungen, alle Saunen sind normal geöffnet. Wir freuen uns über jeden, der zu uns kommt“, sagt Geschäftsleiter Max Leukam. Seit Corona biete man im Blu auch reine Wellnessmitgliedschaften an.

Im Aquapark Baunatal ist die Saunawelt „Meine Oase“ aus Energiekostengründen montags und donnerstags geschlossen. Donnerstags kann die Sauna für private Zwecke angemietet werden. Ali Nayeh, Pächter der Saunawelt, will zunächst bis März mit diesen Öffnungszeiten weitermachen. Wegen der extrem gestiegenen Energiepreise müsse anschließend ein neues Betriebskonzept her. Dafür habe er bereits das Gespräch mit der Stadt Baunatal gesucht.

Im Freizeitbad Arobella in Bad Arolsen sind die Energiesparmaßnahmen für die Nutzer ebenfalls nicht spürbar. Die Öffnungszeiten im Saunabereich wurden nicht eingeschränkt.

In der Weser-Therme in Bad Karlshafen laufen die Saunen ebenfalls wie üblich. Allerdings gibt es eine Besucherbegrenzung von 180 Personen im Saunabereich und 300 im Thermalbereich. Diese ist aber durch den Personalmangel begründet.

Die Märchenlandtherme in Breuna ist aufgrund der Energiekrise montags für den öffentlichen Betrieb geschlossen. An den anderen Tagen ist der Thermal- und Saunabetrieb aber nicht eingeschränkt. Die Wassertemperatur wurde um ein Grad abgesenkt. Auch in Breuna wird registriert, dass inzwischen mehr Gäste aus Kassel kommen. (Bastian Ludwig)

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