Pilotprojekt an 21 Schulen in Hessen

In der Valentin-Traudt-Schule in Kassel wird jetzt getestet

In der Klasse 6a der Valentin-Traudt-Schule in Kassel machen Schüler einen Corona-Selbsttest. Auf dem Foto ist im Vordergrund Mariam Ahmed zu sehen.
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Konzentriert: Mariam Ahmed macht bei sich einen Abstrich.

Die Valentin-Traudt-Schule in Kassel macht bei einem Pilotprojekt in Hessen mit. In der Schule in Rothenditmold wird getestet, wie es mit Corona-Selbsttests funktioniert.

Kassel ‒ Ruhig ist es in der Klasse 6a der Valentin-Traudt-Schule. Konzentriert blicken die Schüler nach vorn. Dort läuft gerade ein Video, in dem erklärt wird, wie ein Corona-Selbsttest funktioniert. Den sollen die neun Sechstklässler gleich ausprobieren. 1300 solcher Selbsttests der Firma Roche hat das Hessische Kultusministerium an die Einrichtung in Rothenditmold geliefert.

Es ist ein Pilotprojekt, an dem sich neben der Kasseler weitere 20 Schulen in Hessen beteiligen.

Schulleiter Tobias Kröck spricht von einem Privileg. Das Projekt sei ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität. Vergangenen Freitag sei die Anfrage aus Wiesbaden gekommen, ob die Schule bereit sei. „Das war sehr kurzfristig, aber wir haben zugesagt“, sagt Kröck, der einfach froh ist, dass etwas passiert. Mittwoch kamen die Testkits in Kassel an, Eltern wurden informiert und Einverständniserklärungen eingeholt – die Antigen-Selbsttests laufen auf freiwilliger Basis.

Lehrer testen sich vor der Schule zu Hause, dann holen sie die Tests im Sekretariat ab, begeben sich in die Klassen, und zu Beginn der ersten Stunde geht’s los. In der 6a machen alle mit. Auf den Tischen sieht es aus, als ob die Schüler ein Experiment zu absolvieren hätten. Tütchen, Stäbchen, Röhrchen – könnte alles aus einem Chemiebaukasten stammen. Ein wenig aufgeregt sei sie schon, sagt Elena-Marlene Bellea. Obwohl die 13-Jährige eine Vorstellung davon hat, was auf sie zukommt. Einen PCR-Test habe sie schon mal gemacht.

Ihre Klassenkameradin Mariam Ahmed findet es spannend, und sie findet es gut, dass danach mehr Sicherheit herrscht. Sie fühle sich wohler: „Außerdem ist es schon etwas Besonderes, dass wir als einzige Schule in Kassel die Möglichkeit bekommen.“

Dann beginnt der Test. Zunächst muss das Röhrchen, in dem sich Flüssigkeit befindet, senkrecht aufgestellt werden, was nicht so einfach ist. Das schmale Ding will einfach nicht stehen bleiben. Damit es nicht umfällt, stabilisieren die Schüler das Röhrchen mit einer Wäscheklammer. Man muss sich zu helfen wissen. Danach ist das Stäbchen an der Reihe. „Legt den Kopf in den Nacken, schiebt das Stäbchen in ein Nasenloch und dann drehen, drehen, drehen“, leitet Kröck an.

Für Mariam kein Problem. Es habe nur ein bisschen gekitzelt, sagt sie. Überhaupt nicht schlimm. Es folgt das zweite Nasenloch, danach kommt das Stäbchen in das Röhrchen mit der Flüssigkeit, fest zusammendrücken, Stäbchen raus und das Ganze mit einer Kappe verschließen. Nun wird ein Tütchen geöffnet, darin befindet sich der Teststreifen. Devin Awdalla sagt nur: „Schade, sind ja gar keine Gummibärchen drin.“ Hier und da wird gekichert im Klassenraum.

Aber wieder konzentrieren. Jetzt müssen die Schüler das Röhrchen nämlich senkrecht über Kopf halten und vier Tropfen in ein Loch auf dem Teststreifen träufeln. „Läuft gut“, sagt Elena-Marlene, „ist nicht kompliziert.“ Wenn alles korrekt klappt, leuchtet auf dem Streifen ein Kontrollstrich auf der Höhe des Buchstabens C – „was nicht Covid bedeutet“, erklärt Kröck. Dann heißt es abwarten. Nach 15 Minuten wissen die Schüler mehr.

Bis zu den Osterferien wird weiter getestet in der Valentin-Traudt-Schule, die das tägliche Wechselmodell praktiziert. 270 Schüler sind vor Ort, von den Klassen eins bis zehn befinden sich nur die Klassen sieben, acht und der neunte Jahrgang der Realschule im Distanzunterricht. Kröck hofft, dass sich der morgendliche Testablauf gut einspielt. Die Ergebnisse muss er dokumentieren und ans Kultusministerium melden – etwa wie viele mitmachen, wie viele ungültige Tests dabei sind und was die Schüler dazu sagen.

Wie es nach den Ferien weitergeht? Noch sei nicht geklärt, wann die nächste Lieferung kommt, sagt Kröck. Aber es gebe die Zusage. (Robin Lipke)

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