Roberto Blanco macht Werbung für Sanitätshaus Kaphingst

Schlagersänger Roberto Blanco in Kassel: „Ich lasse mir den Mohr nicht verbieten“

Schlagersänger und Entertainer Roberto Blanco vor der Filiale des Sanitätshauses Kaphingst in der Königs-Galerie.
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Idealer Werbepartner: Schlagersänger und Entertainer Roberto Blanco vor der Filiale des Sanitätshauses Kaphingst in der Königs-Galerie.

Von Sixt bis Zott: Roberto Blanco hat schon viel Werbung gemacht. Nun wirbt der Schlagersänger für ein Sanitätshaus. Bei der Vorstellung sagte er, was er von der Rassismusdiskussion hält.

Kassel – Roberto Blanco will von Anfang an keine Missverständnisse aufkommen lassen. Zur Begrüßung im Sanitätshaus Kaphingst in der Kasseler Königs-Galerie sagt der Schlagersänger und Entertainer: „Hier ist Roberto Blanco, nicht Heino.“ Und schon muss man das erste Mal lachen.

So wie damals, als Blanco mit seinem Kollegen Heino für den Autovermieter Sixt warb. Unter ihren Gesichtern stand „Vorher“ und „Nachher“. Wegen einer erneuten Werbekampagne ist der 83-Jährige nun nach Kassel gekommen. Der Wahl-Schweizer ist neuer Markenbotschafter des Marburger Unternehmens Kaphingst, das in der Königs-Galerie eine von 27 Filialen betreibt.

Roberto Blanco wirbt in Kassel für Sanitätshaus-Kette

Einen besseren Werbepartner hätte die Sanitätshaus-Kette nicht bekommen können: Selbst Kinder kennen Blanco und seinen Hit „Ein bisschen Spaß muss sein“. Jedenfalls singen sie die Zeile, wenn sie ihn auf der Straße sehen. Kaphingst-Geschäftsführer Boris Pichler lobt sein „charmantes Lächeln, seine weltoffene Einstellung sowie seine tolle Radiostimme“.

Eine knappe Woche lang verbrachte Blanco zwischen Mittel- und Nordhessen, um für das Unternehmen in die Kameras zu lächeln, einen TV-Spot aufzunehmen, der bald jeden Tag vor dem Wetter im HR laufen soll, und Filialen zu besuchen.

In Kassel will sich der in Tunis geborene Sohn eines kubanischen Künstlerpaars sogar mit einem Rollator ablichten lassen, doch Pichler verhindert das Fotomotiv, denn irgendwo hört der Spaß auch auf. Zumal Blanco immer noch topfit ist. In seiner Schweizer Wahlheimat macht er regelmäßig Übungen auf einem Trampolin, alle zwei Wochen spielt er Tennis. „Außerdem denke ich positiv und habe eine hübsche junge Frau, all das hält mich fit“, sagt Blanco, der bundesdeutsche Unterhaltungsgeschichte geschrieben hat.

Roberto Blanco in Kassel: „Meine Hautfarbe war die beste PR“

Vor 65 Jahren wurde er auf dem Flug von Madrid nach Frankfurt entdeckt, weil er mit den Stewardessen in mehreren Sprachen redete und schon da gute Laune verbreitete. Er spielte in mehr als 20 Filmen, trat mit Josephine Baker auf und überzeugte auch mit Gospel und Blues. Die Leute aber liebten vor allem seine Schlager wie „Der Puppenspieler von Mexiko“. In den 80ern lockte er mit seiner ARD-Show „Ein Abend mit Roberto Blanco“ heute unvorstellbare 17 Millionen Menschen vor den Fernseher.

Selbst der CSU-Politiker Franz-Josef Strauß war begeistert und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Blancos Erwiderung auf dem Parteitag ist legendär: „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten.“ Er fand es auch lustig, als ihn Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einen „wunderbaren Neger“ nannte.

Blanco lacht, als man ihn darauf anspricht: „Meine Hautfarbe war die beste PR. Ich habe im Alltag nie Rassismus erlebt. Es kommt immer darauf an, wie du das annimmst.“ Er findet es „schwachsinnig“, dass manche Begriffe nicht mehr gesagt werden sollen: „Ich lasse mir den Mohr nicht verbieten.“ Früher hat Blanco Mädchen gefragt: „Willst du einen Negerkuss?“ Dann gab es einen Kuss auf die Backe.

Roberto Blancos neue CD soll nächstes Jahr erscheinen

Seine 40 Jahre jüngere Frau Luzandra sagt: „Er ist der positivste Mensch, den ich kenne. Er hat niemals schlechte Laune.“ Nur einmal wird ihr Mann, der sieben Sprachen spricht, kurz grimmig. Er erzählt, dass RTL ihm 300 000 Euro netto pro Woche für das Dschungelcamp angeboten hat, aber er lehnte ab: „Meine Würde kann man nicht kaufen.“

Dabei hätte er sich doch Tipps von seiner Tochter holen können, die die Tortur im Dschungel schon durchgemacht hat. Was soll die Frage, will Blanco wissen. Über seine Tochter, mit der er zerstritten ist, will er nicht reden. Dafür verrät er wenig später wieder gut gelaunt, wie viel Geld es für die dreijährige Partnerschaft mit Kaphingst gibt: „Ich habe einen Blankoscheck bekommen.“

Nächstes Jahr soll seine neue CD erscheinen. Bis dahin wird Blanco hoffentlich auch wieder gut schlafen können. Seit Monaten sucht er eine neue Matratze. Morgens fühlt er sich wie gerädert. Bei Kaphingst will er nun fündig werden. Und gegen seine Plattfüße bekommt er bald Spezialeinlagen. „Wenn das so weitergeht“, sagt der Unverwüstliche, „werde ich 160 Jahre alt.“ Es ist nicht ausgeschlossen, dass er das ernst meint. (Matthias Lohr)

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