Sebastian Gießler (19) und Marcus Wiessala (23) knacken den Weltrekord im Dauerspielen an der Konsole

„Nur früh am Morgen war es hart“

Wir haben es geschafft: Mit den Weltrekordlern Sebastian Gießler (Zweiter von links) und Marcus Wiessala (Dritter von links) freuen sich die Zeuginnen Laura Kaszemeck und Anna Brockmeier sowie Martin Montag (Idecon-team Eventmanagement) und Amer Sandawi vom Dez-Centermanagement (von links). Foto: Herzog

Kassel. Vor dem Mediamarkt im Dez-Einkaufszentrum ist eine Empore aufgebaut. Zwei Kameras sind darauf gerichtet, zwei Uhren stoppen die Zeit, und auf zwei riesigen Bildschirmen fahren Autos um die Wette. Am Freitag um 10.10 Uhr haben Sebastian Gießler (19) und Marcus Wiessala (23) hier ihre Mission angetreten: Sie wollen den Weltrekord im Dauerspielen knacken. Das Ziel: Ein Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde. Und es sieht gut aus für die beiden. Die Uhr zeigt nun 12.28 Uhr – am Samstagmittag. Vierzehn Minuten, und der Rekord ist eingestellt.

Gießler sieht schon ziemlich geschafft aus: Leicht gekrümmt sitzt er in einem schwarzen Ledersessel, die Schultern hängen schlapp nach unten, die Augen sind vom Blut unterlaufen. „Eigentlich geht es mir noch ganz gut“, sagt der 19-Jährige aus Markranstädt. So gut eben, wie es einem nach knapp 25 Stunden vor der Spielkonsole noch gehen kann.

„Ich mache es aus reinem Ehrgeiz“, sagt Gießler und versichert, dass er in seiner Freizeit nur ganz sporadisch an der Konsole spiele. Und auch Wiessala erzählt, es sei eine ganz spontane Idee gewesen, bei diesem Versuch mitzumachen. „Ich bin über eine Anzeige im Internet darauf aufmerksam geworden“, sagt der Eislebener.

Die Worte kommen überraschend frisch, von Müdigkeit kaum eine Spur. „Richtig hart ist es nur heute Morgen zwischen 5 und 7 Uhr gewesen“, berichtet Gießler. Da sei das Einkaufszentrum leer gewesen, alles ganz still, und so hätten sich er und sein Partner das eine oder andere Mal gegen das Einschlafen wehren müssen. „Jetzt geht es aber wieder, wir können gern noch länger zocken“, sagt Wiessala, dessen Augen aber auch erkennbar kleiner sind.

Jeweils eine Stunde am Stück mussten die beiden spielen, danach waren zehn Minuten Pause erlaubt – für einen Toilettengang oder einen kleinen Snack. „Wir haben aber meistens drei oder vier Stunden am Stück gespielt“, sagt Gießler. Dabei wurden die beiden immer von zwei Zeugen überwacht, die darauf aufpassten, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Noch wenige Sekunden bis zur entscheidenden Marke: Die Fotografen gehen in Position. Drei, zwei, eins – die Besucher im Dez applaudieren. Gießler und Wiessala recken die Arme zum Jubeln in die Luft. „Wir haben es geschafft“, rufen die glücklichen Rekordler.

Am Ende setzen beide dann sogar noch einen drauf. Bis 18.02 Uhr spielen sie weiter und treiben den Rekord auf 30 Stunden – damit er auch lange bestehen bleibt.

Von Aydogan Makasci

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