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Nur wenig ungeimpftes Personal in Kasseler Pflegeheimen

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Von: Axel Schwarz

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Pflegerin mit einer Seniorenheimbewohnerin
Pflegerin mit einer Seniorenheimbewohnerin © dpa

Im Raum Kassel ist ein kleiner Teil des Pflegepersonals ungeimpft. Deshalb rechnen Altenheime durch eine Corona-Impfpflicht nicht mit verschärftem Personalmangel.

Kassel – Durch die bevorstehende Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte rechnen Altenheime im Raum Kassel nicht mit spürbar verschärftem Personalmangel. Die Quote ungeimpfter Mitarbeiter, denen ab 16. März ein Beschäftigungsverbot droht, wurde bei einer HNA-Rundfrage im Bereich zwischen „wenigen Einzelfällen“ und „unter zehn Prozent“ beziffert. Was den Heimleitungen eher Sorge bereitet, ist, wie mit hartnäckigen Impfverweigerern arbeitsrechtlich umzugehen ist.

Denn nicht der Arbeitgeber, sondern nur das Gesundheitsamt entscheidet nach Pflichtmeldung durch die Chefs und nach Einzelfallprüfung über Betretungs- und Tätigkeitsverbote in Heimen. Welche Folgen dies dann für das Arbeitsverhältnis von Betroffenen hätte, sei „derzeit noch nicht verbindlich geregelt“, sagt Sigrid Wieder, Sprecherin der Awo Nordhessen, die sieben Seniorenheime mit 640 Pflegekräften in Stadt und Landkreis Kassel betreibt.

Corona-Impfpflicht in Pflegeheimen steht bevor: „Einige wenige“ Impfverweigerer

Im Aschrottheim im Vorderen Westen hat Geschäftsführer Peter Grunwald bereits Konsequenzen überlegt: Sollte bei „einigen wenigen“ Impfverweigerern unter den 160 Beschäftigten auch eine vom Gesundheitsamt gesetzte Nachholfrist nicht fruchten, werde man sich von ihnen trennen – und zwar unabhängig von der amtlichen Einschätzung. „Das können wir in der Altenpflege nicht vertreten“, betont Grunwald.

Im Seniorenzentrum Unterneustadt seien von 100 Beschäftigten nur wenige Einzelne nicht geimpft., sagte Mike Alband-Nau, Geschäftsführer des Trägers Sozialgruppe Kassel. Er hat „das Gefühl, dass wir die mit Gesprächen und hauseigenen Impfangeboten auch nicht mehr erreichen“. Nicht nur arbeitsrechtlich sei aber bei der Pflege-Impfpflicht noch vieles unklar, sagt Alband-Nau. Es gehe auch um Haftungsfragen – etwa wenn ein als ungeimpft gemeldeter Mitarbeiter einen alten Menschen infiziert, während das Gesundheitsamt noch prüft und noch kein Arbeitsverbot verhängt hat. Dann werde sich das Heim verantworten müssen.

Vor Corona-Impfpflicht in Pflegeheimen: Einige Impfverweigerer können überzeugt werden

Im DRK-Altenpflegeheim Kaufungen berichtet Heimleiter Stephan Kratzenberg von lediglich zwei Impfverweigerern unter 130 Mitarbeitern. Man habe einige Skeptiker zuletzt überzeugen können. Kratzenberg bezweifelt aber, dass der Aufwand der Impf- und Meldepflicht für Pflegebeschäftigte im rechten Verhältnis zu Nutzen und Folgen steht: Die Impfquote sei hier wesentlich höher als im Bevölkerungsdurchschnitt, ein Personalnotstand in der Pflegebranche ohnehin schon vorhanden. (Axel Schwarz)

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