Ausgabensperre: Verkehrsverbund fehlen acht Millionen Euro

NVV-Kunden droht enorme Preissteigerung

Kassel. Nutzern des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) drohen nach der 2,4-prozentigen Preisanhebung vor zwei Wochen noch deutlich höhere Fahrpreise ab Ende kommenden Jahres.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung des NVV in Kassel beschäftigen sich mit einer sogenannten außerplanmäßigen Verteuerung von Tickets sowie mit der Einschränkung von Verkehrsangeboten.

Anlass: Hessen kürzt ab 2012 die Zuweisungen für die Verkehrsverbünde um jährlich 20 Millionen Euro. Diese Kürzung schlägt mit acht Millionen Euro erstmals im kommenden Jahr auf die Kasse des NVV durch, der ein Jahresbudget von 130 Millionen Euro hat. Der Aufsichtsrat des Verbundes lehnte die Kürzung jetzt ab und ordnete gleichzeitig eine Haushaltssperre von zehn Prozent im Verwaltungsbereich an. Das soll zu Einsparungen von 1,2 Millionen Euro führen, aber sich nicht negativ auf die Verkehrsleistungen auswirken.

Mit noch nicht verbrauchten Landesmitteln in Höhe von 6,8 Millionen Euro, die ursprünglich für die Umsetzung der Ziele im Bereich Regiotram bereitstanden, wäre die nötige Einsparsumme von acht Millionen Euro zusammen. Damit könnte der NVV sich und seine Kunden bis Dezember 2012 ohne Einschränkungen oder teurere Tickets über die Zeit retten.

Aber dann ist offen, wie die Einsparsumme, deren Höhe ab 2013 noch nicht feststeht, erwirtschaftet werden kann. Neben dem Ausfall von Landeszuschüssen müssen die Verkehrsverbünde nämlich auch die normalen Kostensteigerungen bei Löhnen und Energie kompensieren. Nicht ausgeschlossen sind Ticketpreissteigerungen jenseits der Fünf-Prozent-Marke, wie sie mehrmals nacheinander Mitte der 2000er-Jahre erfolgten. Die Geschäftsführung muss dem Aufsichtsrat am 14. März 2012 ein Sparkonzept vorlegen, das von Angebotseinschränkung bis zu Preissteigerung reichen kann. (jum)

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