Wahl am 5. März: Kandidaten im Porträt

Oberbürgermeisterkandidat Dominique Kalb: Neue Rezepte für die Stadt

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Sie kaufen gern in der Markthalle ein: OB-Kandidat Dominique Kalb und seine Frau Angelika decken sich bei Irfan Altinok mit frischen Obst und Gemüse ein.

Kassel. Der Kandidat der CDU für die OB-Wahl am 5. März heißt Dominique Kalb. Er möchte den Politikstil verändern. Mit ihm gibt es kein Tempo 30 auf Hauptstraßen. Ein Porträt.

Wenn Dominique Kalb für Christian Geselle oder Eva Koch, zwei seiner Mitbewerber um das Amt des Kasseler Oberbürgermeisters kochen müsste, dann würde er den beiden etwas ganz Leckeres und Regionales zaubern. „Ich würde sie auch am Herd überzeugen, dass ich das besser kann“, sagt der 45-jährige Christdemokrat und lacht.

Die Zutaten für das Weckewerk oder das Schmandschnitzel würde Kalb natürlich in der Kasseler Markthalle besorgen. Dort geht er regelmäßig mit seiner Frau Angelika einkaufen. Die beiden sind seit Sommer 2016 verheiratet, aber schon seit zehn Jahren ein Paar. Die Juristin Angelika Kalb, die bei der Sparkasse Göttingen arbeitet, kocht nicht nur gern mit ihrem Mann (auch exotisch, zum Beispiel persisch), sondern unterstützt ihn auch tatkräftig im Wahlkampf. Dazu gehört auch, dass das Paar bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Plakate klebt. Dabei lachten sie viel. „Dann vergeht die Zeit viel schneller.“

Angelika Kalb ist auch Mitglied in der CDU. Das sei aber keine Voraussetzung für die Ehe gewesen, sagt der OB-Kandidat. Er hätte seine Frau auch geheiratet, wenn sie bei der SPD oder den Grünen wäre. „Da gibt es auch nette Leute.“

Die „reine politische Farbenlehre“ spiele auf kommunaler Ebene ohnehin keine Rolle, sagt Kalb, der 1996 in die CDU eingetreten ist. Er habe damals das Gefühl gehabt, dass die Kasseler SPD die Stadt als Erbhof betrachtet.

Anderer Politikstil

Als Oberbürgermeister dieser Stadt würde er den Politikstil verändern. In der Vergangenheit sei die Politik von zu viel Ideologie und Einzelinteressen geleitet worden. Mit ihm als OB würde es zum Beispiel kein Tempo 30 auf Hauptstraßen geben. Auch kann er nicht nachvollziehen, dass man den Rückbau von Straßen plane, obwohl bekannt sei, dass der Verkehr weiter zunimmt. Wenn man etwas für die Umwelt und gegen die Lärmbelastung unternehmen wolle, dann müsse man den Öffentlichen Personennahverkehr ausbauen, sagt Kalb. Von daher lehne er die Liniennetzreform der KVG ab. Zudem würde er die Parkgebühren wieder auf das alte Niveau senken. „Es kann doch nicht sein, dass man an der Markthalle jetzt 400 Prozent mehr zahlt.“

In Abstimmung mit der Polizei würde er auch die Videoüberwachung in der Stadt ausweiten. Ein CDU-Antrag dazu sei erst im Oktober in der Stavo abgeschmettert worden, auch aus ideologischen Gründen, kritisiert Kalb. Die Sicherheitslage sehe aber anders aus. „Die Realität sollte Maßstab sein, nicht die Wunschvorstellung der Politiker“, sagt der 45-Jährige. „Man muss pragmatisch sein.“ Er tritt auch für feste Mehrheiten in der Stavo ein. „Mit wechselnden Mehrheiten können wir die Probleme der Stadt nicht lösen.“

Wenn er Zeit hat, geht Kalb gern zum Handball, Eishockey oder Fußball. Er bezeichnet sich selbst als „einfachen Fußballfan“. Er sei keiner, der auf der Tribüne sitzt und alles besser als der Trainer wisse. „Ich freue mich, wenn der KSV gewinnt. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn er aufsteigt.“

Wahlziel des Kandidaten:„Ich spiele auf Sieg, nicht auf Platz. Mein Ziel ist es, Oberbürgermeister zu werden. Entweder im ersten oder im zweiten Wahlgang.“

Zur Person

Dominique Kalb (45) wurde in Weimar geboren und hat in Kassel studiert. Der Bauingenieur ist nach Tätigkeiten bei Bauunternehmen seit 2001 hauptberuflicher Geschäftsführer der CDU-Rathausfraktion. Kalb ist Mitglied des CDU-Kreisvorstandes, und seit 2006 in der Stadtverordnetenversammlung. 23 Jahre lang lebte er im Vorderen Westen. Mit seiner Frau Angelika ist er kürzlich nach Wehlheiden gezogen. Zu seinen Hobbys gehören Lesen, Kochen und Reisen.

Lesen Sie dazu die Porträts der anderen Kandidaten

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