Eine Frau und fünf Männer

Zur Oberbürgermeisterwahl in Kassel bleibt es bei sechs Kandidaten

Kassel. Eine Frau und fünf Männer: Zur Oberbürgermeisterwahl am 5. März in Kassel treten sechs Kandidaten an. Ein siebter Wahlvorschlag wurde abgelehnt.

Den hatte die Stadt im Vorfeld angekündigt, die Mitglieder des Wahlausschusses haben ihn jedoch in ihrer Sitzung am Freitagabend abgelehnt.

Der Name wurde erst spät genannt: Darius Sosnowski. Er konnte aus formalen Gründen nicht zugelassen werden, teilte die Stadt am Freitagabend mit. Sosnowskis Bewerbung fehlte die notwendige Zahl von 142 Unterstützern.

Nach der Entscheidung des Wahlausschusses bleibt es bei dem bereits bekannten Kandidaten-Sextett: Um die Nachfolge des im Sommer ausscheidenden Oberbürgermeisters Bertram Hilgen (SPD) gehen Christian Geselle (SPD), Dominique Kalb (CDU),Eva Koch (Grüne), Murat Cakir (Linke), Dr. Bernd Hoppe (Freie Wähler) und Matthias Spindler (Die Partei) ins Rennen.

Bei sechs Bewerbern ist fraglich, ob einer schon im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erreichen wird. Gelingt dies nicht, müssen sich die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen am 26. März in einer Stichwahl messen.

Bislang kommt der Wahlkampf in Kassel eher schleppend in Gang: Erst von vier Bewerbern hängen Plakate im Stadtgebiet aus. Sie bekannten sich auch zu ganz unterschiedlichen Zeiten zu ihrer Kandidatur. Stadtkämmerer und Sozialdezernent Geselle (SPD) machte schon im Juni seine Ambitionen auf die Hilgen-Nachfolge deutlich. Hingegen gaben sich Satire-Kandidat Spindler und Freier Wähler Hoppe erst nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 26. Dezember als Interessenten für den Oberbürgermeister-Posten zu erkennen.

Ein echtes Aufregerthema zeichnet sich im Kasseler OB-Wahlkampf nicht ab. Bei einigen Bewerbern ist unklar, womit sie bei den rund 150.000 Wahlberechtigten punkten wollen.

Sie wollen Oberbürgermeister werden: Steckbriefe der Kandidaten

Eva Koch Grüne Kassel Stadtverordnete Kandidatin Oberbürgermeister Wahl Kassel
Sachverständige BauingenieurinPersönlich: Eva Koch ist 54 Jahre alt und stammt aus dem rheinlandpfälzischen Nastätten nahe des Rheins. 1991 kam die Bauingenieurin nach Kassel. Die selbstständige Sachverständige und Fachplanerin für energetisches Bauen und Sanieren lebt mit Tochter in Jungfernkopf.Politisch: Eva Koch ist seit 2011 für die Grünen in der Kassel Stadtverordnetenversammlung und stellvertretende Fraktionschefin. Sie war 2016 Spitzenkandidatin zur Kommunalwahl.Wahlkampfslogan: Oberbürgermeisterin für Kassel © 
SPD nominiert offiziell ihren OB-Kandidaten Christian Geselle , fotokochFoto:Koch
Jurist hat Finanzen der Stadt im Blick Persönlich: Christian Geselle ist 40 Jahre alt. Der Kasseler wurde 1976 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 2015 ist der Jurist Stadtkämmerer und Sozialdezernent. Er lebt mit seiner Familie in Niederzwehren.Politisch: Der Sozialdemokrat wurde 2006 in die Kasseler Stadtverordnetenversammlung gewählt. 2013 wählte ihn die SPD-Fraktion zu ihrem neuen Vorsitzenden. 2015 wechselte er als Dezernent in den hauptamtlichen Magistrat.Wahlkampfslogan: „Kassel – das beste Zuhause“ © 
Dominique Kalb CDU Kassel Geschäftsführer CDU-Stadtverordnetenfraktion Stadtverordneter Kandidat Oberbürgermeister
Ingenieur führt Fraktionsgeschäfte Persönlich: Dominique Kalb ist 45 Jahre alt. 1971 in Weimar geboren, lebt er seit 1993 in Kassel. Sein Studium des Bauingenieurwesens schloss er als Diplom-Ingenieur ab. Kalb ist verheiratet und hauptberuflicher Geschäftsführer der CDU-Fraktion in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung.Politisch: Der Christdemokrat ist seit 2006 Stadtverordneter in Kassel. Schwerpunkte: Stadtentwicklung, Verkehr, Wirtschaft und Finanzen.Wahlkampfslogan: „Kassel stärken, Kalb wählen.“ © 
Murat Cakir (Die Linke) stellt sich als Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl 2017 vor, Vereinslokal FC Bosporus, fotokochFoto:Koch
Dolmetscher führt Stiftungsgeschäfte Persönlich: Murat Cakir ist 56 Jahre alt und wurde in Istanbul geboren. Er ist verheiratet und lebt seit 46 Jahren in Kassel. Der Dolmetscher und Übersetzer ist Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Frankfurt).Politisch: Cakir ist Gründungsmitglied der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) und Mitglied der Partei Die Linke. Er engagierte sich im Ausländerbeirat für Kassel und auf Landesebene.Wahlkampfslogan: „Kassel für alle, weil die Stadt kein Konzern ist“ © 
Die erste StaVo nach der Wahl, Portträt Portrait der Stadtverordneten, Dr. Bernd Hoppe Freie Wähler, fotokochFoto:Koch
Rechtsanwalt wagt erneute Kandidatur Persönlich: Bernd Hoppe ist 56 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er betreibt eine Anwaltskanzlei in Kirchditmold und lebt in Harleshausen. Politisch: Hoppe hat vielfältige kommunalpolitische Erfahrung. Nach 28 jahren trat er 2012 aus der SPD aus. Er war Stadtverordneter für SPD, für Piraten/Demokratie erneuern und ist es für die Freien Wähler. 2015 wollte er bereits Bürgermeister in Willingshausen (Schwalm-Eder-Kreis) werden.Wahlkampfslogan: Er hat (noch) keinen Slogan. © 
Matthias Spindler Kandidat Oberbürgermeisterwahl Kassel Die Partei
Student tritt für Satire-Partei an Persönlich: Matthias Spindler ist 25 Jahre und stammt aus Augsburg. 2011 kam er an die Universität in Kassel, studiert im elften Semester Stadtplanung.Politisch: Spindler ist nach eigenen Angaben stellvertretender Vorsitzender der Satire-Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiativen (Die Partei) in Kassel). Die OB-Kandidatur in Kassel ist seine erste um ein öffentliches Amt.Wahlkampfslogan: „Make Kassel great again – Mehr Oberbürgermeister“ © 

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