Mit Obama auf Toilette

Max Middeke war für internationale Organisationen im Ausland

In der Welt Zuhause: Der Kasseler Max Middeke war beruflich in Afrika und den Vereinigten Staaten für verschiedene Organisationen unterwegs. Foto: privat/nh

Kassel. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon spricht nicht fließend Englisch. Barack Obama grüßt wirklich jeden, sogar auf der Toilette. Und mit Frank-Walter Steinmeier kann man gut diskutieren. Das erzählt der 28-jährige Max Middeke aus eigener Erfahrung.

Zielstrebig arbeitet der Kasseler an einer Karriere bei einer internationalen Organisation. Er hat für die Vereinten Nationen in New York gearbeitet. Er war für das Goethe-Institut in Indien. Und für die Internationale Arbeitsorganisation in Äthiopien.

Abitur an der Grimm-Schule

„Ich habe mich schon als Schüler für andere Menschen eingesetzt und mich für Politik interessiert“, sagt Max Middeke. An der Jacob-Grimm-Schule, an der er 2003 sein Abitur machte, saß er in der Schülervertretung. Er war in der Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes engagiert und hat sich um das Projekt Kultur im Keller (KIK) gekümmert. „Den Veranstaltungsraum habe ich oft an Vereine von Minderheiten vermietet.“ Daraus resultiere sein Interesse für andere Völker.

Nach dem Abitur entschied Middeke sich für ein Politikstudium am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Er spezialisierte sich auf internationale Beziehungen und verbrachte ein Jahr in Istanbul mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst. Nach dem Studium wurde der Diplom-Politologe nach einem Zwischenstopp in Äthiopien Stipendiat des Mercator-Kollegs für Internationale Aufgaben. Er arbeitete fortan für verschiedene Organisationen. „Das Mercator-Kolleg ermöglicht es, für große internationale Organisationen an spannenden Projekten zu arbeiten“, sagt Middeke.

Für die Vereinten Nationen war er in Nairobi (Kenia) und begleitete von dort aus den Aufbau von Staatsstrukturen in Somalia. Später saß er in New York und koordinierte im UN-Sekretariat Friedenseinsätze. „Die monatlichen 1500 Euro, die ich als Stipendiat erhalten hatte, reichten im New Yorker Stadtteil Harlem gerade einmal für ein kleines WG-Zimmer, was ich mir mit meiner Freundin teilen musste“, berichtet der 28-Jährige. Bis heute lebt seine Freundin in New York.

Middeke hat gelernt, dass alle stillstehen müssen, wenn der US-Präsident vorfährt. „Ansonsten packen Sicherheitsleute schon mal unsanft zu.“ Und, dass die Vereinigten Staaten bei Konferenzen immer die größte Delegation stellen. Gewundert hat er sich, als der albanische Präsident seinen US-Kollegen Obama um ein Handyfoto bat.

Max Middeke ist nah an der Weltpolitik. Sein Stipendium beim Mercator-Kolleg für internationale Aufgaben hat er nun beendet. „Mein nächster Einsatzort ist Äthiopien“, erzählt er. Dort wird er für die Afrikanische Union im Bereich Frieden und Sicherheit arbeiten. Er habe damit seine Wunschstelle bekommen. Middeke möchte auch künftig für internationale Organisationen arbeiten – die Welt wird sein Zuhause sein.

Von Florian Quanz

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